Freitag, 1. Juni 2012

Neue unbekannte Gefuehle

Heute beginnt der Monat Juni. Fuer mich bedeutet das, noch 2 ganze Monate und ein bisschen mehr in Costa Rica. Ich wusste ja von vorn herein, dass die Zeit schnell vorbei gehen wird, aber sooo schnell?
Wenn mich vor kurzer Zeit jemand gefragt hat, ob ich Deutschland nicht vermisse und heim will, habe ich ohne lange zu zoegern geantortet: "Nein, wieso? Mir geht es hier super gut und fuehle mich daheim in Alajuela." Ich fuehle mich immer noch sehr wohl hier und mir geht es im Prinzip auch super gut. Seit einigen Tagen hat sich bei mir jedoch ein bisher unbekanntes Gefuehl eingeschlichen. Ich denke immer haeufiger an Deutschland, an meine Freunde und Familie. Auch wenn ich hier auch meine Leute habe, mit denen ich mich gut unterhalten kann (die Sprache ist eigentlich kein Hindernis mehr, unbekannte Woerter koennen umschrieben werden), vermisse ich es, mich mit alten, vertrauten Freunden zu unterhalten, sich einfach mal wieder im Freundeskreis treffen, chillen, reden...hach, da werde ich ja ganz sentimental ;-) Ist das etwa ein bisschen Heimweh, was da bei mir aufkommt?
Natuerlich habe ich mich gefragt, woher das jetzt kommt. Eigentlich ist das gar nicht schwer zu beantworten. Die Arbeit ist an sich zwar immer noch eine wunervolle Arbeit, ich liebe die Kinder und mit den Arbeitskollegen verstehe ich mich auch gut. Doch es ist eben doch jeden Tag das Gleiche. Klar, es gibt immer wieder schoene, besondere Momente oder Tage -so zum Beispiel unser kleiner Nachwuchs, dazu spaeter- aber im grossen und ganzen aehneln sich die Tage eben doch. Langsam merke ich auch, dass mein Hirn etwas einrostet. Auf die ein oder andere Matheaufgabe haette ich jetzt wirklich lust!
Ein anderer Grund ist denke ich auch das staendige Kranksein. Erst vor 2 Wochen musste ich wegen einer bakteriellen Infektion im Hals daheim bleiben und nun liege ich schon die ganze Woche wegen einer Gippe, krankgeschrieben, im Bett. Es ist unglaublich das ich in diesem warmen Land eine Grippe bekomme und das nun schon zum fuenften oder sechsten mal! Darauf kann ich echt verzichten! Der Arzt meint, dass es wohl an den Wetterwechseln liegt, gerae jetzt, wo wieder Regenzeit ist und es morgens/mittags ziemlich heiss ist und es dann zuvelaessig jeden Nachmittag regnet und dabei auch abkuehlt. Unsere deutschen Opfer-Koerper sind das natuerlich nicht gewoehnt und holen sich eben eine Erkaeltung ein. So ist das nun mal...Nun ja, ich bin schon fast wieder gesund und bin fleissig am Ferrum schlucken (Gruss an Mama ;-) )
Auch bin ich es langsam ein bisschen leid, eine Auslaenderin zu sein, mit meinen blonden Haaren, helle Haut und strahlend gruenen Augen ist das eben auch einfach nicht zu verbergen. So kommt es immer noch vor, dass einem auf der Strasse "Welcome to Costa Rica" hinterhergerufen wird oder man auf englisch angesprochen wird (was mich besonders nervt, da ich mittlerweile eh kein Satz mehr auf englisch rausbekomme!) Auch wenn ich behaupten wuerde die Kultur mittlerweile gut zu kennen, gibt es immer noch Situationen, die mir sehr sonderbar vorkommen. Beispielsweise finde ich es immer noch gruselig, wenn mich die Mutter eines Freundes beim Verlassen des Hauses bekreuzigt und mir Segen hinterher ruft.

Nun beginnt auch die Zeit der Uni-Bewerbungen, zwei habe ich schon gemacht so weit es von hier aus moeglich ist (Heidelberg und Wuerzburg) und hoffe meine Eltern haben den Rest fuer mich gemacht ;-) In den naechsten Tagen folgt noch Koeln. Mittlerweile freue ich mich richtig auf das Studium!

Liebe Gruesse!

2 Kommentare:

  1. Danke für Deine tollen Berichte, Annika! Alles Gute für die restlichen zwei Monate, und natürlich viel Spaß und neue Inspiration im Studium :-)

    Gruß
    Jochen

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  2. Hallo Anni, wir freuen uns auch wieder auf dich!! Andererseits ist es für uns aber immer wieder toll, was du über Land und Leute schreibst. Genieße die letzten Wochen und bis bald, Gitte

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