Samstagabend begann also unsere grosse Reise nach Guatemala. Puenktlich um 19:30Uhr startete das Flugzeug in Costa Rica und nach nur 1:40h Flugdauer mit einem leckeren aber matschigen Sandwich, Chips und Getraenken kamen wir schon in Guatemala City an. Am Tag zuvor buchten wir spontan ein Hotel, was sich als sehr praktisch rausgestellt hat, da wir so von dem witzigen, sehr gespraechigen Hollaender, dem Besitzer des familiaeren "Dos Lunas" direkt am Ausgang abgeholt wurden und mit seinem uralten VW-Bus zum Hotel gefahren wurden. Fuer die Nacht zahlten wir 15$, was recht teuer ist, sich aber auf jeden Fall gelohnt hat, da die Besitzer total freundlich und hilfsbereit sind und ein leckeres Fruehstueck in deren Kueche und Flughafenshuttle inklusive sind. Sonntagmorgen waren wir erst einmal ein bisschen ueberfordet. Wir wurden gewarnt, es sei sehr gefaehrlich in der Stadt, man solle nur in die Zonen 1 und 10 gehen (die Stadt ist in ca. 14 Zonen eingeteilt), Geldabheben sei sehr schwierig, da man ueberfallen werden kann etc... Freundlicher Weise nahm der Hollaender uns dann mit zum Flughafen, wo wir problemlos Geld abheben konnten und danach wieder zum Hotel (um Kreditkarte abzulegen) von wo aus wir dann ein Taxi zur Zone 1 (Innenstadt) nahmen.
Nachdem wir die schoene Kathedrale besichtigt haben, lernten wir gluecklicherweise ein sehr nettes, junges guatemaltekisches Paerchen kennen, die uns durch die Stadt fuehrten (spaeter stiess noch ein Freund dazu). Haette fuer uns nicht besser sein koennen. Schnell merkten wir auch, dass unsere Hotelbesitzer wohl etwas uebertrieben haben mit der Vorsicht. Natuerlich muss man immer Acht geben und seine Wertsachen am Koerper tragen, doch mittlerweile haben wir es im Gefuehl, ob man sich sicher fuehlen kann oder nicht. Das spuert man einfach! Den ganzen Tag haben wir zusammen verbracht und von ihnen sehr viel ueber die Kultur und das Land erfahren. Sehr interessant! An diesem Tag endete in der Stadt ein Kuntfestival. So konnten wir (gefuehrt von Juan, Hector und Maria) mehrere interessante Ausstellungen betrachten. Gemeinsam schlossen wir den Abend mit einem Ausflug nach Antigua ab, wo wir das nationale Bier (Gallo) testeten und wir schonmal einen Eindruck von der schoenen Stadt bekommen konnten.
Die kommende Nach schliefen wir nochmal im Hotelo "Dos Lunas" und nach dem leckeren Fruehstueck mit superleckeren Mango-und Guayabamarmelade gings Monatagmorgen um 10Uhr mit einem Minivan nach Antigua.
Dazu im naechsten Eintrag ;-)
Gruss aus Guatemala!
Dienstag, 26. Juni 2012
Mittwoch, 20. Juni 2012
Letzte Ausreise
Fast ist es soweit: Die letzte grosse Reise in meinem Costa Rica-Aufenhalt steht kurz bevor. Da wieder einmal drei Monate verstrichen sind, heisst es fuer Carolin und mich das Land verlassen um das Visa zu verlaengern. Da es unser letzter Urlaub sein wird, wir Nicaragua und Panama schon kennenlernen durften, entschieden wir uns noch ein weiteres Land kennen zu lernen. Unsere erste Wahl viel auf Kuba. Doch da die Fluege erstaunlich teuer sind (vergleichbar mit einem Flug von Deutschland nach Kuba) und es fuer uns etwas komplizierter gewesen waere an das benoetigte Visa zu kommen, entschieden wir uns fuer Guatemala. Von mehreren anderen Freiwilligen wurde uns schon von diesem Land vorgeschwaermt und auch die Reisefuehrer klingen vielversprechend. Vor einigen Tagen haben wir auch endlich einen Flug bekommen, was gar nicht so einfach war, da viele Webseiten auf denen wir einen Flug buchen wollten die provincia "Baden-Wuerttemberg" einfach nicht akzeptieren wollten, woran es dann letzten Endes immer gescheitert ist!
Gluecklicherweise haben wir dann aber doch noch einen Flug gefunden, der unsere deutsche Adresse akzeptiert hat. Und das fuer nur sageundschreibe 125€ Hin-und Rueckflug! Diesen Samstag starten wir nach Guatemala City, reisen dann eine Woche herum und fliegen Sonntag morgen (1.7.) wieder zurueck!
Ich hoffe wir haben eine schoene letzte Reise, ohne Ueber-/Zwischenfaelle oder Krankheiten...
Pura Vida!
Gluecklicherweise haben wir dann aber doch noch einen Flug gefunden, der unsere deutsche Adresse akzeptiert hat. Und das fuer nur sageundschreibe 125€ Hin-und Rueckflug! Diesen Samstag starten wir nach Guatemala City, reisen dann eine Woche herum und fliegen Sonntag morgen (1.7.) wieder zurueck!
Ich hoffe wir haben eine schoene letzte Reise, ohne Ueber-/Zwischenfaelle oder Krankheiten...
Pura Vida!
Freitag, 1. Juni 2012
Baby-Nachwuchs
Da ich schon so lange nicht mehr geschrieben habe, gleich noch eine Zugabe:
Seit zwei oder drei Wochen haben wir in der Fundacion Baby-Nachwuchs. Ich freue mich ganz besonders, dass die drei Kleinen bei mir im Bereich sind, da bei mir ja eigentlich nur die aelteren, erwachsenen sind. Nun moechte ich euch aber die drei suessen vostellen:
Die erste die ankam ist die kleine Valeria. Im wahrsten Sinne des Wortes klein. Valeria ist 7 Monate alt, gleicht wegen ihrer Koerpergroesse aber eher einem 2-3 monatigem Baby. Sie hat eine Magensonde, wird als kuenstlich ernaehrt, ist aber ansonsten quietschfidel und kann sich in ihrem Bettchen schon drehen. Da sie so klein und suess aussieht, wird sie von allen Besuchern immer am laengsten bestaunt. Wenn sie schreit finden das alle suess, da es nur ganz leise Laute sind.
Am gleichen Tag kam auch Israel an. Er ist schon 14 Monate alt und wird auch ueber eine Sonde ernaehrt. Er ist ein bisschen unser Sorgenkind, da er sehr haeufig weint. Das liegt wohl daran, dass ihm das Atmen schwer faellt, dabei entstehen immer roechelnde Geraeusche. Auch verteifen sich seine Muskeln immer, so das sich der kleine Koerper streckt und ganz angespannt ist. Auch wenn er haeufig am weinen ist -oder gerade deshalb- habe ich ihn besonders gerne. Nehme ich ihn auf den Arm, beruhigt er sich schnell und ich schaffe es soger ihm ein Laecheln oder manchmal sogar ein Lachen ins Gesicht zu zaubern. Wenn ich ihm dann das Koepfchen streichel und er irgendwann einschlaeft, bin ich gluecklich :-)
(Leider faengt er, sobald man ihn wieder ins Bett legt, wieder an zu weinen...)
Die dritte im Bunde ist Michell. Das etwas moppelige Maedchen ist 11 Monate alt, wird ganz normal gefuettert und kann sich in ihrem Gitterbettchen schon allein an den Staeben hochziehen, wo sie dann auf wackeligen Beinen steht. Was sie fuer eine Behinderung hat, weiss glaub keiner so genau. Irgendwas an der Huefte...aber sonst? Keine Ahnung....
Seit zwei oder drei Wochen haben wir in der Fundacion Baby-Nachwuchs. Ich freue mich ganz besonders, dass die drei Kleinen bei mir im Bereich sind, da bei mir ja eigentlich nur die aelteren, erwachsenen sind. Nun moechte ich euch aber die drei suessen vostellen:
Die erste die ankam ist die kleine Valeria. Im wahrsten Sinne des Wortes klein. Valeria ist 7 Monate alt, gleicht wegen ihrer Koerpergroesse aber eher einem 2-3 monatigem Baby. Sie hat eine Magensonde, wird als kuenstlich ernaehrt, ist aber ansonsten quietschfidel und kann sich in ihrem Bettchen schon drehen. Da sie so klein und suess aussieht, wird sie von allen Besuchern immer am laengsten bestaunt. Wenn sie schreit finden das alle suess, da es nur ganz leise Laute sind.
Am gleichen Tag kam auch Israel an. Er ist schon 14 Monate alt und wird auch ueber eine Sonde ernaehrt. Er ist ein bisschen unser Sorgenkind, da er sehr haeufig weint. Das liegt wohl daran, dass ihm das Atmen schwer faellt, dabei entstehen immer roechelnde Geraeusche. Auch verteifen sich seine Muskeln immer, so das sich der kleine Koerper streckt und ganz angespannt ist. Auch wenn er haeufig am weinen ist -oder gerade deshalb- habe ich ihn besonders gerne. Nehme ich ihn auf den Arm, beruhigt er sich schnell und ich schaffe es soger ihm ein Laecheln oder manchmal sogar ein Lachen ins Gesicht zu zaubern. Wenn ich ihm dann das Koepfchen streichel und er irgendwann einschlaeft, bin ich gluecklich :-)
(Leider faengt er, sobald man ihn wieder ins Bett legt, wieder an zu weinen...)
Die dritte im Bunde ist Michell. Das etwas moppelige Maedchen ist 11 Monate alt, wird ganz normal gefuettert und kann sich in ihrem Gitterbettchen schon allein an den Staeben hochziehen, wo sie dann auf wackeligen Beinen steht. Was sie fuer eine Behinderung hat, weiss glaub keiner so genau. Irgendwas an der Huefte...aber sonst? Keine Ahnung....
Neue unbekannte Gefuehle
Heute beginnt der Monat Juni. Fuer mich bedeutet das, noch 2 ganze Monate und ein bisschen mehr in Costa Rica. Ich wusste ja von vorn herein, dass die Zeit schnell vorbei gehen wird, aber sooo schnell?
Wenn mich vor kurzer Zeit jemand gefragt hat, ob ich Deutschland nicht vermisse und heim will, habe ich ohne lange zu zoegern geantortet: "Nein, wieso? Mir geht es hier super gut und fuehle mich daheim in Alajuela." Ich fuehle mich immer noch sehr wohl hier und mir geht es im Prinzip auch super gut. Seit einigen Tagen hat sich bei mir jedoch ein bisher unbekanntes Gefuehl eingeschlichen. Ich denke immer haeufiger an Deutschland, an meine Freunde und Familie. Auch wenn ich hier auch meine Leute habe, mit denen ich mich gut unterhalten kann (die Sprache ist eigentlich kein Hindernis mehr, unbekannte Woerter koennen umschrieben werden), vermisse ich es, mich mit alten, vertrauten Freunden zu unterhalten, sich einfach mal wieder im Freundeskreis treffen, chillen, reden...hach, da werde ich ja ganz sentimental ;-) Ist das etwa ein bisschen Heimweh, was da bei mir aufkommt?
Natuerlich habe ich mich gefragt, woher das jetzt kommt. Eigentlich ist das gar nicht schwer zu beantworten. Die Arbeit ist an sich zwar immer noch eine wunervolle Arbeit, ich liebe die Kinder und mit den Arbeitskollegen verstehe ich mich auch gut. Doch es ist eben doch jeden Tag das Gleiche. Klar, es gibt immer wieder schoene, besondere Momente oder Tage -so zum Beispiel unser kleiner Nachwuchs, dazu spaeter- aber im grossen und ganzen aehneln sich die Tage eben doch. Langsam merke ich auch, dass mein Hirn etwas einrostet. Auf die ein oder andere Matheaufgabe haette ich jetzt wirklich lust!
Ein anderer Grund ist denke ich auch das staendige Kranksein. Erst vor 2 Wochen musste ich wegen einer bakteriellen Infektion im Hals daheim bleiben und nun liege ich schon die ganze Woche wegen einer Gippe, krankgeschrieben, im Bett. Es ist unglaublich das ich in diesem warmen Land eine Grippe bekomme und das nun schon zum fuenften oder sechsten mal! Darauf kann ich echt verzichten! Der Arzt meint, dass es wohl an den Wetterwechseln liegt, gerae jetzt, wo wieder Regenzeit ist und es morgens/mittags ziemlich heiss ist und es dann zuvelaessig jeden Nachmittag regnet und dabei auch abkuehlt. Unsere deutschen Opfer-Koerper sind das natuerlich nicht gewoehnt und holen sich eben eine Erkaeltung ein. So ist das nun mal...Nun ja, ich bin schon fast wieder gesund und bin fleissig am Ferrum schlucken (Gruss an Mama ;-) )
Auch bin ich es langsam ein bisschen leid, eine Auslaenderin zu sein, mit meinen blonden Haaren, helle Haut und strahlend gruenen Augen ist das eben auch einfach nicht zu verbergen. So kommt es immer noch vor, dass einem auf der Strasse "Welcome to Costa Rica" hinterhergerufen wird oder man auf englisch angesprochen wird (was mich besonders nervt, da ich mittlerweile eh kein Satz mehr auf englisch rausbekomme!) Auch wenn ich behaupten wuerde die Kultur mittlerweile gut zu kennen, gibt es immer noch Situationen, die mir sehr sonderbar vorkommen. Beispielsweise finde ich es immer noch gruselig, wenn mich die Mutter eines Freundes beim Verlassen des Hauses bekreuzigt und mir Segen hinterher ruft.
Nun beginnt auch die Zeit der Uni-Bewerbungen, zwei habe ich schon gemacht so weit es von hier aus moeglich ist (Heidelberg und Wuerzburg) und hoffe meine Eltern haben den Rest fuer mich gemacht ;-) In den naechsten Tagen folgt noch Koeln. Mittlerweile freue ich mich richtig auf das Studium!
Liebe Gruesse!
Wenn mich vor kurzer Zeit jemand gefragt hat, ob ich Deutschland nicht vermisse und heim will, habe ich ohne lange zu zoegern geantortet: "Nein, wieso? Mir geht es hier super gut und fuehle mich daheim in Alajuela." Ich fuehle mich immer noch sehr wohl hier und mir geht es im Prinzip auch super gut. Seit einigen Tagen hat sich bei mir jedoch ein bisher unbekanntes Gefuehl eingeschlichen. Ich denke immer haeufiger an Deutschland, an meine Freunde und Familie. Auch wenn ich hier auch meine Leute habe, mit denen ich mich gut unterhalten kann (die Sprache ist eigentlich kein Hindernis mehr, unbekannte Woerter koennen umschrieben werden), vermisse ich es, mich mit alten, vertrauten Freunden zu unterhalten, sich einfach mal wieder im Freundeskreis treffen, chillen, reden...hach, da werde ich ja ganz sentimental ;-) Ist das etwa ein bisschen Heimweh, was da bei mir aufkommt?
Natuerlich habe ich mich gefragt, woher das jetzt kommt. Eigentlich ist das gar nicht schwer zu beantworten. Die Arbeit ist an sich zwar immer noch eine wunervolle Arbeit, ich liebe die Kinder und mit den Arbeitskollegen verstehe ich mich auch gut. Doch es ist eben doch jeden Tag das Gleiche. Klar, es gibt immer wieder schoene, besondere Momente oder Tage -so zum Beispiel unser kleiner Nachwuchs, dazu spaeter- aber im grossen und ganzen aehneln sich die Tage eben doch. Langsam merke ich auch, dass mein Hirn etwas einrostet. Auf die ein oder andere Matheaufgabe haette ich jetzt wirklich lust!
Ein anderer Grund ist denke ich auch das staendige Kranksein. Erst vor 2 Wochen musste ich wegen einer bakteriellen Infektion im Hals daheim bleiben und nun liege ich schon die ganze Woche wegen einer Gippe, krankgeschrieben, im Bett. Es ist unglaublich das ich in diesem warmen Land eine Grippe bekomme und das nun schon zum fuenften oder sechsten mal! Darauf kann ich echt verzichten! Der Arzt meint, dass es wohl an den Wetterwechseln liegt, gerae jetzt, wo wieder Regenzeit ist und es morgens/mittags ziemlich heiss ist und es dann zuvelaessig jeden Nachmittag regnet und dabei auch abkuehlt. Unsere deutschen Opfer-Koerper sind das natuerlich nicht gewoehnt und holen sich eben eine Erkaeltung ein. So ist das nun mal...Nun ja, ich bin schon fast wieder gesund und bin fleissig am Ferrum schlucken (Gruss an Mama ;-) )
Auch bin ich es langsam ein bisschen leid, eine Auslaenderin zu sein, mit meinen blonden Haaren, helle Haut und strahlend gruenen Augen ist das eben auch einfach nicht zu verbergen. So kommt es immer noch vor, dass einem auf der Strasse "Welcome to Costa Rica" hinterhergerufen wird oder man auf englisch angesprochen wird (was mich besonders nervt, da ich mittlerweile eh kein Satz mehr auf englisch rausbekomme!) Auch wenn ich behaupten wuerde die Kultur mittlerweile gut zu kennen, gibt es immer noch Situationen, die mir sehr sonderbar vorkommen. Beispielsweise finde ich es immer noch gruselig, wenn mich die Mutter eines Freundes beim Verlassen des Hauses bekreuzigt und mir Segen hinterher ruft.
Nun beginnt auch die Zeit der Uni-Bewerbungen, zwei habe ich schon gemacht so weit es von hier aus moeglich ist (Heidelberg und Wuerzburg) und hoffe meine Eltern haben den Rest fuer mich gemacht ;-) In den naechsten Tagen folgt noch Koeln. Mittlerweile freue ich mich richtig auf das Studium!
Liebe Gruesse!
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