Donnerstag, 9. Februar 2012

Halbzeit in Costa Rica


Ich selbst kann es eigentlich kaum glauben: Halbzeit! Die Hälfte meines Freiwilligendienstes in Costa Rica ist nun schon vorbei! Ein halbes Jahr voller positiver, als auch negativer Eindrücke, tollen Erlebnissen und Bekanntschaften. Die Arbeit ist mittlerweile zur Routine geworden, was einerseits natürlich gut ist, da ich alle Arbeitsvorgänge kenne und nicht mehr nach allem fragen muss, jedoch heißt Routine auch Eintönigkeit. Natürlich könnte ich immer nur positiv über meine Arbeit erzählen, mir macht sie ja auch wirklich sehr viel Spaß und jeder Tag ist etwas besonderes, jedoch kann man nicht verschweigen, dass sie im großen und ganzen doch ein wenig eintönig ist. Jeden Tag baden, anziehen, Essen geben, Windeln wechseln, Medikamente verabreichen, … jeden Tag der gleiche Tagesablauf. Dazu kommt eine beständige Müdigkeit, da ich wohl immer noch nicht kerngesund bin von unserem Nicaraguaurlaub. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, dass es einem da ab und zu schwer fällt, morgens um 6:15Uhr aufzustehen um zu einem 9-stündigen Arbeitstag zu gehen.
Das Zwischenseminar kam deshalb genau zur rechten Zeit. Eine Woche Abstand zum Projekt, andere Freiwillige kennenlernen, das vergangene halbe Jahr reflektieren und sich gegenseitig austauschen. Doch kurz bevor es zum Seminar ging, durfte ich meine Eltern in Empfang nehmen, die für einen dreiwöchigen Urlaub hier im schönen Costa Rica sind. Donnerstag Abend (26.1.) holte ich die beiden total übermüdeten am Flughafen ab, der gar nicht weit von unserer Wohnung entfernt ist. Natürlich habe ich mich sehr gefreut sie wieder zu sehen und ihnen mein neues Zuhause hier zeigen zu könne. Aber ein komisches Gefühl war irgendwie auch dabei...
Freitags durften sie gleich mit in die Fundacion, wo ich ihnen alles zeigte und wir mit den Nonnen (die schon seit Tagen nach meinen Eltern gefragt haben) im Konvent zu Mittag essen durften. Auch wenn Mama und Papa kein einziges Wort Spanisch können, haben sie sich doch ganz gut angestellt ;-) Nach einem leckeren Geburtstagsfrühstück (Papa) fuhren wir vier (Caro war auch dabei) samstags nach Sarchí, einem Ort, in dem die typischen costaricanischen Ochsenkarren hergestellt werden und anschließend auf eine Schlangenfarm..
Abends mussten wir uns leider wieder verabschieden und die beiden Reisenden in ein Hotel „abschieben“, da es für uns sonntagmorgens früh zum Seminar ging.
Von San José aus ging es in einem kleinen Bus nach Guapiles, wo wir in der Woche in einer super schönen Anlage untergebracht waren. Für uns 20 Freiwillige war schon ein strammes Programm vorbereitet, was aber auch immer wieder Zeit für Gespräche und Austausch lies. Es tat richtig gut, bei der lockeren Atmosphäre zu erfahren, wie es den anderen in ihrer Projekten, aber auch außerhalb der Arbeit ergeht. Auch wenn die Projekte an sich alle sehr verschieden sind, hat man doch oft die gleichen Probleme und Gefühle. Besonders eindrucksvoll war der Besuch auf einer Ananasplantage, wonach wir alle etwas geschockt waren. Habt ihr, wenn ihr eine leckere Ananas esst auch nur die leiseste Ahnung wo sie herkommt, unter was für Verhältnissen die Arbeiter leben und arbeiten und mit was für Plastizide die Pflanzen gespritzt werden? Glaubt mir, euch würde der Apetitt vergehen!
Vor dem Seminar hatten Caro und ich uns gefragt, was man denn 5 Tage auf dem Seminar machen soll, doch im Nachhinein sind wir uns einig, dass es nach unserm Geschmack ruhig noch ein paar Tage länger hätte gehen können (abgesehen davon, dass wir so ziemlich die einzigen waren, die freitags wieder arbeiten mussten). Die meiste Zeit nahm natürlich das Reflektieren ein. Vorbereitungsseminare, Eingewöhnungszeit, Alltag, Arbeit, etc. Dann wurde auch ausführlich auf die bevorstehende Zeit eingegangen, was nehme ich mir für das nächste halbe Jahr vor? Was kann ich verändern/verbessern? Abschließend kamen wir auch auf unsere Heimreise und erste Zeit in Deutschland zusprechen. Geschlafen wurde alles in allem nicht sehr viel, da wir meist bis spät in die Nacht quatschten oder lustige Spiele spielten. Mit vielen neuen Eindrücken, Informationen und Vorsätzen kehrten wir wieder zurück in unser schönes Alajuela, begleitet von 4 Nica-Freiwilligen (den 3 Bilwi-Freiwilligen und Caner, ein Freiwilliger aus Matagalpa), mit denen wir noch 4 sehr witzige Tage verbrachten.
Jetzt ist hier wieder Ruhe eingekehrt, die Wohnung ist wieder einigermaßen aufgeräumt und wir sind dabei den Schlaf der letzten 1 ½ Wochen nachzuholen (gestern 13 Stunden am Stück!). Morgen noch ein letztes mal arbeiten und dann heißt es eine Woche Urlaub mit meinen Eltern! Juhu :)

6 Kommentare:

  1. Danke für Deinen sehr interessanten Bericht. Ich wünsche Euch viel Spaß beim gemeinsamen Urlaub! Genießt die Sonne, hier ist es eisig kalt.

    Gruß
    Jochen

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  2. Hallo Annika, vielen Dank für deinen interessanten Bericht.
    Ich bin immer ganz gespannt was du erlebst und wie es dir geht. Sag deinen Eltern ganz liebe Grüße von mir.
    Ich wünsch euch eine wunderschöne gemeinsame Woche.
    LG Christiane

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  3. Krass, schon ein halbes Jahr rum... ging ja echt schnell!
    Hier geht übrigens die Dusche nicht weil die Wasserleitung eingefroren ist :D Viel Spaß weiterhin im warmen CR =)

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  4. hast du die heizung nicht auf 4 gemachtß ;)

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  5. offensichtlich nicht... MINUS!!!!!

    Gruß
    Jochen

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  6. Es macht immer wieder Spaß Deine interessanten Berichte zu lesen.
    Wir hoffen, die Woche mit Deinen Eltern war sehr schön.
    Wir wünschen Dir noch eine gute Zeit und viel Spaß!
    LG Andrea und Christian

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