Wahrheitsgetreu kann ich sagen, dass ich bis zum jetzigen Zeitpunkt waehrend meines gesamten Costa Rica-Aufenthalts noch kein einziges Mal Heimweh hatte. Warum auch? Ich fuehle mich rundum wohl hier. Doch als es dann auf Weihnachten zuging muss ich zugeben, dass doch ein paar Sehnsuechte aufkamen. Erst hier in der Ferne wird einem bewusst, wie schoen Weihnachten in Deutschland doch ist. Zwar sind hier die Haeuser und Strassen auch alle festlich geschmueckt, doch auf uns wirkt das irgendwie unwirklich und kitschig. Warum kaufen sich die Leute Schneemaenner aus Plastik obwohl sie Schnee doch gar nicht kennen? Dennoch haben Carolin und ich ein sehr schoenes Weihnachtsfest verbracht. Nach einem sehr ausgiebigen, spaeten Fruehstueck fuhren wir um 14Uhr in die Fundacion wo es eine misa (Gottesdienst) gab. Schick angezogen mit neuer Kleidung wurden viele der Bewohner auch in die Kapelle gebracht, an ihrem Verhalten merkte man, dass auch sie spuerten, dass ein besonderer Tag war. Nach dem ca. einstuendigen Gottesdienst, in dem viel gesungen wurde, gingen wir alle zusammen in den grossen Saal des neuen Gebaeudes, wo schon Tische fuer ein gemeinsames Abendessen bereit standen. Carolin und ich halfen noch ein paar Bewohner zu fuettern, mussten dann aber um 18Uhr wieder mit dem Bus heimfahren, da die Busverbindung sehr schlecht ist. Hermana Melissa („meine“ Nonne) erzaehlte mir montags, dass es noch ein wunderschoenes Fest war, nach dem Essen wurden Geschenke ausgepackt, gesungen und sogar getanzt.
Gwendolyns Mutter, die Freitags angereist kam, brachte reichlich Geschenke von unseren Familien fuer uns mit. Unter unserem Weihnachtsbaum packten wir dann strahlend die Geschenke aus :) An dieser Stelle ganz, ganz vielen lieben Dank fuer die tollen, unerwarteten Geschenke!!!
Der Abend war fuer uns aber noch nicht zu Ende. Ein Ehepaar der Fundacion (der Atemtherapeut und die Sekretaerin) hatten uns spontan in der Woche zuvor zum Abendessen eingeladen. Im ersten Moment fuehlten wir uns etwas unwohl, da die ganze Familie (Geschwister, Eltern, Tanten) versammelt waren, doch dazu war eigentlich kein Grund, da alle total offen und nett waren. Nach einem leckeren Abendessen (Huehnerbraten, verschiedene Sossen, Reis etc.) wurden Geschenke ausgepackt. Das lief so ab: einer faengt an, nimmt eines der Geschenke, die unter dem Baum liegen und gibt dann einen Tip ab, fuer wen das Geschenk bestimmt ist. Die anderen muessen dann erraten fuer wen es ist. Der Beschenkte darf das Paeckchen auspacken, nimmt sich ein anderes und laesst die anderen wieder raten. Und so geht es weiter bis alle Geschenke ausgepackt sind. Sogar Caro und ich haben eine Kleinigkeit geschenkt bekommen.
Anschliessend gingen wir alle raus auf die Strasse um ein Feuerwerk zu machen. Das ist hier in Costa Rica an Weihnachten so ueblich. Zum Abschluss gab es noch „Cocktails“ (Bier mit Fruchtsaeften....klingt komisch, hat aber ganz gut geschmeckt).
Auch wenn es ein wirklich schoenes Weihnachten war und wir sehr froh sind, dass wir mit einer costaricanischen Familie feiern durften, weiss ich jetzt, dass es mit der eigenen Familie doch am aller schoensten ist!
Am 27.12. gings dann ab nach Nicaragua...doch das in einem anderen Blogeintrag...;-)
Da kommen Vatsch und mir aber die Tränen!
AntwortenLöschenDeine Mutsch
Bin auch ganz gerührt.
AntwortenLöschenHabe deine Einträge richtig vermisst.
Liebe Grüße
Christiane
üß :)
AntwortenLöschenJohannes gefällt TobiWans Kommentar. ;-)
AntwortenLöschenNächstes Weihnachten biste wieder bei uns Lopsen!