Da es hier in Costa Rica nur einen Weihnachtsfeiertag gibt und der in diesem Jahr dummerweise auf einen Sonntag fiel, durften wir am Montag, 26.12., noch einmal in die Fundacion zum Arbeiten bevor es dann am Dienstag in den Urlaub ging. Da wir uns natürlich zu spät um ein Busticket nach Managua gekümmert hatten, mussten wir wohl oder übel den etwas teuren TransNica-Bus nehmen, was wir dann aber nicht bereuten. Der erste Bus mit Beinfreiheit! Und ein Mittagessen war auch inklusive. Nach einer schnell vorübergehenden neunstündigen Fahrt kamen wir (ohne Probleme an der Grenze) in Managua an. Mit dem Taxi fuhren wir an den Flughafen um uns dort die Nacht um die Ohren zu schlagen, da unser Flug erst morgens um 6Uhr ging. Mit unseren Wertsachen fest am Körper und die Rucksäcke unter dem Kopf konnten wir sogar einige Stunden schlafen.
Voller Vorfreude auf 2 Wochen Urlaub mit den anderen Freiwilligen stiegen wir in das kleine Flugzeug. Nach einem 45 minütigen Flug landeten wir auf der Karibikinsel Corn Island, wo die Nica-Freiwilligen schon eine Unterkunft für uns reserviert hatten. Leider kannte niemand den Namen der Unterkunft, weshalb wir erstmal etwas hilflos herumstanden. Doch nach einigem hin und her telefonieren mit den anderen wurde das Problem schliesslich geklärt und wir konnten in unser Haus einziehen. Am Nachmittag landeten dann endlich auch die anderen- Jenny, Tabea und Raphael. Obwohl wir uns „nur“ knapp 4 Monate nicht mehr gesehn haben, hatten wir uns unendlich viel zu erzählen. Da wurde mir erst so richtig bewusst, was ich in dieser Zeit alles erlebt habe! (Ohje, wie wird das erst wenn ich nach einem Jahr zurück nach Deutschland kehre?!)
Eine Woche, bis Mittwoch, verbrachten wir auf der wunderschönen Insel und wurden an den weißen Sandstränden am türkisnen, kristallklaren Wasser schön braun :) Da wir nicht nur chillen wollten, meldeten wir uns zu einer Schnorcheltour an, zu der wir dann aber zu spät kamen, da unser Essen zu lange brauchte (für einfache Sandwichs brauchte die gute Frau 45min!). Zum Glück fanden wir einen Privatmann, der mit uns eine Schnorcheltour machte, die auch wirklich schön war. An verschiedenen Riffs sahen wir Rochen, Langosten, eine Wasserschlange, wunderschöne Fische und anderes Getier. Montags beschlossen wir, doch noch die eigentliche Schnorcheltour zu machen. Die 2 stündige Tour stellte sich jedoch mehr und mehr als Flop raus. Da es in der Nacht stark geregnet hatte, war das Wasser ziemlich trüb und man sah, außer einem Schwarm blauer Fische absolut gar nichts. Ärgerlich...immerhin konnten wir den Preis danach um 5$ herunter handeln.
Einen Tag verbrachten wir auf dem wunderschönen Little Corn Island und sonst wurde einfach nur am Stand entspannt. An Silvester gönnten wir uns ein superleckeres Abendessen mit frischen Meeresfrüchten in einem Restaurant am Strand und feierten dann bis spät in die Nacht bei Livemusik am Strand in das neue Jahr.
Mittwochs begann dann der zweite Teil unserer Reise. Mit einer 12-Mann-Maschine flogen wir - mit Zwischenstopp in Bluefields – Nach Puerto Cabezas (auch Bilwi genannt), wo die drei anderen ihren Freiwilligendienst ableisten. Für Carolin und mich waren es drei sehr eindrucksvolle Tage, da dort eine komplett andere Situation als bei uns im fortschrittlichen Alajuela herrscht. Obwohl wir nur einen kleinen Eindruck gewinnen konnten, ist die dort herrschende Armut kaum zu übersehen. Während unseres Aufenthaltes durfte Caro in Jennys Gastfamilie und ich bei Raphael unterkommen. Interessant war für uns auch, die Arbeitsstelle der drei kennenzulernen und zu sehen, wie sich ihr Alltag dort gestaltet. Leider hatten wir nicht allzu viel Zeit in Bilwi, da wir uns auf Anraten verschiedener Leute entschlossen, doch schon Samstags den Bus nach Managua zu nehmen, da der am Sonntag (den wir eigentlich nehmen wollten) sehr alt sein solle und dieser, wenn man Pech hat, erst Donnerstags in Managua ankommt. Um 9Uhr fanden wir uns am Abfahrtsort ein und um 10Uhr begann dann die Horrorfahrt. Anders kann man die Fahrt eigentlich nicht bezeichnen und wir können Nachfolgern nur empfehlen die 100$ mehr für das Flugzeug auszugeben – es lohnt sich! Da wir von ehemaligen Freiwilligen schon vorgewarnt wurden, dass die Straßen nicht gut seien, waren wir auf das Schlimmste gefasst. Die Straße von Bilwi nach Managua hat den Namen „Straße“ eigentlich nicht verdient, da sie weder gepflastert noch geteert ist sonder nur aus Erde, Schlamm und vorallem Schlaglöchern besteht! Die ersten 14 Stunden ging es eigentlich noch. Doch von da an waren es für mich eigentlich nur noch Qualen. In dem alten Amischulbus, auf den engen Bänken findet man einfach keine bequeme Sitzposition, egal wie man sich hinsetzt, hinkniet oder halb hinlegt. Irgendwann hat man das Gefühl, jeder einzelne Knochen und Muskel tut einem weh. Die vielen Schlaglöcher machten es einem nochdazu so gut wie unmöglich auch nur ein halbes Stündchen ungestört zu schlafen. Die letzten 8 Stunden bekamen wir dann aber auch noch irgendwie rum und nach 22 Stunden Busfahrt kamen wir endlich total zerstört in Managua an. Da es erst vormittags war, entschlossen wir uns, gleich weiter nach Costa Rica zu fahren, denn wir wollten einfach nur noch in unser eigenes Bett. Also weitere 3 Stunden Fahrt im überfüllten Bus bis an die Grenze, dort 3 Stunden auf Stempel warten wobei wir uns schon mehr tot als lebendig fühlten. Und dann gings nochmal 5 oder 6 Stunden mit dem Bus nach Alajuela, wo wir um 21Uhr todmüde -nach 36 Stunden Reise- in unsere Betten fielen! Was man nicht alles macht, um Geld zu sparen...
Auch wenn sich das alles schrecklich anhört (war es ja auch...) sind wir doch sehr erleichtert! Hier angekommen schrieb uns Jenny, dass der Bus am Sonntag (den wir eigentlich nehmen wollten) überfallen worden ist, der Busfahrer umgebracht wurde und alles geklaut wurde. Wir hatten also echt ein riesen Glück!
Leider haben wir beide uns irgendwas eingefangen in Nicaragua und haben jetzt beide Magen-Darm-Probleme, worauf ich jetzt aber nicht genauer eingehen will ;-)
Trotzallem waren es 2 wunderschöne Urlaubswochen mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen, die wir auf keinen Fall missen wollen.
Krasser Scheiß! Du erlebst ja Sachen...
AntwortenLöschenBloody Hell! Jössas! Du machst ja Sachen, Annsch! Da ist der Fluch des Pharao ja ein Scheiß dagegen, im wahrsten Sinne des Wortes ;-)
AntwortenLöschenGruß
Jochen
ich hab euch gesagt es ist hart aber ch würde immernoch wieder mir das geld spare und mit dem bus fahren denn es ist ein erlebnis.
AntwortenLöschenAber ich kann euch verstehen grüße RIKE