Dienstag, 7. August 2012

Adios Costa Rica...

Die Tage sind nun gezaehlt...noch 2 1/2 Tage habe ich in diesem schoenen Land, in dem ich ein ganzes Jahr lang leben durfte!
Da vergangenen Donnerstag ein Feiertag war nutzten wir das verlaengerte Wochenende (wir hatten noch einen Tag Urlaub uebrig) um ein letztes mal ans Meer zu fahren. Diesmal ging es nach Montezuma. Ein kleines Oertchen mit wunderschoenen Straenden.


kleiner Busunfall bei der Hinfahrt, zum Glueck keine Verletzten!


Jetzt ist die letzte Woche und das grosse Packen angebrochen. Schon gestern haben wir in unserer Wohnung angefangen zu raeumen, packen und ein bisschen zu putzen. Wir mussten feststellen, dass noch viel, viel Arbeit vor uns liegt. Doch mit jeden eingepackten Stueck, waechst auch die Vorfreude auf Deutschland, die Familie und die Freunde. Aber auch der Abschied faellt mir nicht ganz so leicht hier. Ein paar Traenen sind schon geflossen und in den naechsten Tagen rollen bestimmt noch mehr. Morgen werden wir ein letztes mal in die Fundacion fahren um uns von allen zu verabschieden, ein paar letzte Fotos zu machen und uns beim gemeinsamen Mittagessen bei den Nonnen zu bedanken.

Donnerstag gehts dann ans grosse Putzen der Wohnung, fertig packen und von Freunden verabschieden. :-(

Frueh am Freitag werden wir dann im Bus nach Nicaragua starten wo wir abends die zukuenftigen Freiwilligen am Flughafen abholen werden und bis Monatg alle gemeinsam in Managua die Zeit verbringen werden.
Montag morgen um 7Uhr beginnt dann die lange Heimreise! 3 1/2h Flug nach Houston in den Staaten, 5h Aufenthalt und dann knapp 10h Flug nach Frankfurt wo ich am Dienstag, 14.8. um 9Uhr ankommen werde!

Ich entschuldige mich fuer meine unregelmaessigen Blogeintraege...aber es doch viel schoener persoenlich alles zu erzaehlen oder nicht? So koennt ihr schon gespannt auf die Bilder sein ;-)

Ich freue mich schon sehr euch alle sehr bald wiederzusehen!
Vielen Dank fuer euer Intresse, eure Mails, Briefe und Pakete!

Liebe Gruesse aus Costa Rica!
Annika

Samstag, 7. Juli 2012

Reise nach Guatemala


Nach dem wir also einen sehr schoenen ersten Tag in Guatemala City hatten, reisten wir Montag morgen nach dem leckeren Fruehstueck gemuetlich um 10Uhr nach Antigua ab. Antigua ist die alte Hauptstadt Guatemalas und stammt aus der Kolonialzeit. Die Stadt ist recht klein und ueberschaubar und man kann ohne Probleme alles zu Fuß erreichen. Nach unserer Ankunft suchten wir ersteinmal ein Hostel um unsere Rucksäcke abstellen zu können, doch hielten wir uns da nicht lange auf, da wir ja die Stadt besichtigen wollten. Bis in die Abenddämmerung besuchten wir Kirchen, bewunderten die kleinen Gassen die in der ganzen Stadt nur gepflastert sind und von wunderschönen bunten Kolonialhäusern ummauert sind. An jeder Ecke findet man Ruinen von ehemaligen Klöstern und Kirchen, uns wurde nicht langweilig diese anzusehen und auch dafuer Eintritt zu bezahlen, da es wirklich sehr interessant ist. Antigua wurde von UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet und ist wirklich eine Stadt, die man in seinem Leben mal gesehen haben sollte (wenn man die Möglichkeit dazu hat). Die Stadt liegt in einem Tal umgeben von mehreren Vulkanen und Bergen. Da das Straßennetz sehr geometrisch aufgebaut ist (quadratisch), kann man, wenn man ans Ende der Straße sieht, direkt auf die beeindruckenden Vulkane schauen. In jeder Straße findet man kleine Cafés und hübsche Restaurants in die man am alle liebsten eintreten will, da sie sehr einladent aussehen. Auf den bunten Märkten findet man viel Kunsthandwerk und wir konnten uns kaum zurückhalten nicht einfach schon unser ganzes Geld auszugeben!
Dienstag wollten wir um 12Uhr mit dem Bus weiterreisen. Um den Vormittag nutzen zu können, frühstückten wir um 8Uhr (im Preis der Überhnachtung inklusive) sehr reichhaltig und machten uns dann mit einem Tuk-Tuk (kleines dreirädriges Taxi das ich schon aus Thailand kenne) auf zu dem Aussichtispunkt Cerro de la Cruz, der in einem der Berge über Antigua gelegen ist. Die Aussicht war Atemberaubend! Man konnte die ganze Stadt überschauen mit all den Ruinen, Kirchen und Sträßchen. Zurück marschierten wir dann zu Fuß und besichtigten bei der Gelegenheit noch eine Kirche und verließen dann mittags das wunderschöne Städtchen.
Vier Stunden später kamen wir in Panajachel an, einem Ort am Lago de Atitlán. Dort hielten wir uns jedoch gar nicht auf, sondern fuhren direkt weiter mit dem Boot nach San Pedro La Laguna, einem kleinen Örtchen am anderen Ende des Sees. Schnell fanden wir eine Übernachtungsmöglichkeit für nur 5€ die Nacht. San Pedro hat die perfekte Mischung aus Tourismus und Tradition. Unten am See findet man zahlreiche Hotels, Restaurants und Souvenirshops -ganz nach dem Geschmack der vielen Touristen. Überwindet man sich aber die steile Straße nach oben zu folgen, kommt man in die Ortsmitte wo man nicht allzu viele Touristen antrifft und die Frauen fast alle in der traditionellen Kleidung herumlaufen.
Der nächste Tag begann für uns um 9Uhr. Nach einem kurzen Frühstück trafen wir uns mit einem Guía, schwangen uns auf Pferde und machten uns auf, auf einen 4stündige Reitausflug(für nur 10€!). Zwei Stunden lang ging es am See entlang, weitere zwei Stunden in die Berge hinauf. Wir hatten tolle Ausblicke auf den wunderschönen See von dem man sagt, er sei der schönste See der Welt! Eingebettet in ein Tal von Bergen und drei Vulkanen umgeben ist er tatsächlich sehr beeindruckend und man kann sich kaum satt sehen.
Nach dem Ausritt tat uns ungeübten Reiterinnen dann doch das ein oder andere Körperteil weh (bei der einen mehr, bei der anderen weniger ;) ) und so gönnten wir uns eine 50min Massage zum entspannen.

Der Donnerstag begann noch früher für uns. Um 8Uhr fuhren wir mit einem vorreservierten Bus nach Chichicastenango, einem kleinen Ort weiter im Norden, das für seinen riesigen Mercado de Artesania (Kunsthandwerksmarkt...komisches Wort, weiß die Übersetzung gerade nicht) bei den Touristen sehr beliebt ist. Dieser Markt, der Donnerstags und Sonntags geöffnet ist zählt als der größte Markt Mittelamerikas und ist wirklich sehr beeindruckend. Wir haben uns schon vorher überlegt, was wir alles kaufen wollen, doch als wir dann dort ankamen, waren wir ersteinmal überrumpelt und brauchten ewig uns zu entscheiden da die Auswahl der Waren einfach riesig ist! Man findet dort alles: Taschen in allen Formen, Farben und Größen, Schmuck, traditionelle guatemaltekische Kleidung, Hüte, Schals, Mäppchen, Teppiche,... und das alles in den buntesten Farben und Mustern! Schnell hatten wir auch das Verhandeln der Preise raus, wobei uns unser Spanisch immer sehr geholfen hat (und die Tatsache, dass wir Deutsche sind und Deutschland an diesem Tag gegen Italien gespielt hat -und dann leider verloren hat).
Nach vier Stunden shoppen, die wie im Fluge vorbei gingen, gings mit dem Bus wieder zurück nach San Pedro wo wir gegen 16Uhr ankamen und den Nachmittag mit lesen und ausruhen verbrachten. Der letzten Tag am See ließen wir sehr ruhig angehen. Ausschlafen, Frühstücken und dann mit dem Boot auf die andere Seite des Sees zum Ort San Marcos, wo es einen Aussichtspunkt gibt und eine sieben Meter hohe Plattform, von der man ins Wasser springen kann.

Samstag Mittag gings wieder Richtung Guatemala Stadt, wo wir wieder im Anfangshotel „Dos Lunas“ übernachteten. In der Übernachtung war der Flughafentransport inklusive und klappteauf prima. Sonntagmorgen pünktlich um 4:30Uhr standen wir am Schalter im Flughafen, bereit zurück nach Costa Rica zu fliegen. Doch leider wurden wir böse überrascht. Die Fluggesellschaft erlaubte uns nicht zu fliegen! Und das aus diesem Grund:

Besitzt man kein Visum für Costa Rica (wir haben keins), braucht man, um einreisen zu können den Nachweis, dass man innerhalb von 3 Monaten wieder ausreist. Da wir ja schon unser Rückflugticket nach Deutschland haben und das auch ausgedruckt dabei hatten, sind wir davon ausgegangen, das genügt und haben uns auch keine weiteren Gedanken darüber gemacht. Doch Flop! Das Ticket zählt nicht als Nachweis, da wir ja von Nicaragua aus fliegen! Alles Erklären und Diskutieren, dass wir ja, um den Flug realisieren zu können, aus Costa Rica ausreisen MÜSSEN, nützte absolut nichts. Uns blieb also nichts anderes übrig als das Flugzeug ohne uns abfligen zu lassen und uns Bustickets kaufen zu gehen (Ticabus von Costa Rica nach Nicaragua am 10.8.). Natürlich -wie es das Glück so wollte- gab es für den gleichen Tag keine weiteren Flüge nach Costa Rica und so mussten wir einen weiteren Tag und Nacht in Guatemala bleiben um Montagmorgen um 4Uhr am Flughafen zu stehen, den Rückflug umbuchen (was uns 157Dollar gekostet hat, genausoviel wie das eigentliche Ticket für Hin-und Rückflug gekostet hat!!!) und letzten Endes in den Flieger zu steigen!

In der Wohnung angekommen waren wir einfach nur noch froh, heil angekommen zu sein und nach der ganzen Aufregung ins eigene Bett fallen zu können.

Trotz des ärgerlichen und teueren Rückflugs haben wir eine wirklich sehr schöne Woche in Guatemala verbracht und sind froh uns für dieses Land entschieden zu haben, denn es ist wirklich wunderschön! Wenn ihr die Möglichkeit dazu habt, solltet ihr unbedingt dieses Land bereisen, es lohnt sich sehr!

Liebste Grüße!

PS.: Liebe Grüßle an Caros Mutter von Caro :-)

Freitag, 6. Juli 2012

Ein kleiner Vorgeschmack-Blogeintrag folgt

Posing am einem Brunnen in Antigua

Antigua von oben


Lago de Atitlan

Jiiiihaaaaa Sprung aus 7m Hoehe!
Wie ihr seht, bin ich wieder gut in Costa Rica gelandet nach einer wunderschoenen Reise nach Guatemala. Der Bericht darueber ist schon geschrieben, konnte ihn hier aber leider nicht oeffnen, er folgt so bal wie moeglich...
Liebe Gruesse!

Dienstag, 26. Juni 2012

Guatemala City

Samstagabend begann also unsere grosse Reise nach Guatemala. Puenktlich um 19:30Uhr startete das Flugzeug in Costa Rica und nach nur 1:40h Flugdauer mit einem leckeren aber matschigen Sandwich, Chips und Getraenken kamen wir schon in Guatemala City an. Am Tag zuvor buchten wir spontan ein Hotel, was sich als sehr praktisch rausgestellt hat, da wir so von dem witzigen, sehr gespraechigen Hollaender, dem Besitzer des familiaeren "Dos Lunas" direkt am Ausgang abgeholt wurden und mit seinem uralten VW-Bus zum Hotel gefahren wurden. Fuer die Nacht zahlten wir 15$, was recht teuer ist, sich aber auf jeden Fall gelohnt hat, da die Besitzer total freundlich und hilfsbereit sind und ein leckeres Fruehstueck in deren Kueche und Flughafenshuttle inklusive sind. Sonntagmorgen waren wir erst einmal ein bisschen ueberfordet. Wir wurden gewarnt, es sei sehr gefaehrlich in der Stadt, man solle nur in die Zonen 1 und 10 gehen (die Stadt ist in ca. 14 Zonen eingeteilt), Geldabheben sei sehr schwierig, da man ueberfallen werden kann etc... Freundlicher Weise nahm der Hollaender uns dann mit zum Flughafen, wo wir problemlos Geld abheben konnten und danach wieder zum Hotel (um Kreditkarte abzulegen) von wo aus wir dann ein Taxi zur Zone 1 (Innenstadt) nahmen.
Nachdem wir die schoene Kathedrale besichtigt haben, lernten wir gluecklicherweise ein sehr nettes, junges guatemaltekisches Paerchen kennen, die uns durch die Stadt fuehrten (spaeter stiess noch ein Freund dazu). Haette fuer uns nicht besser sein koennen. Schnell merkten wir auch, dass unsere Hotelbesitzer wohl etwas uebertrieben haben mit der Vorsicht. Natuerlich muss man immer Acht geben und seine Wertsachen am Koerper tragen, doch mittlerweile haben wir es im Gefuehl, ob man sich sicher fuehlen kann oder nicht. Das spuert man einfach! Den ganzen Tag haben wir zusammen verbracht und von ihnen sehr viel ueber die Kultur und das Land erfahren. Sehr interessant! An diesem Tag endete in der Stadt ein Kuntfestival. So konnten wir (gefuehrt von Juan, Hector und Maria) mehrere interessante Ausstellungen betrachten. Gemeinsam schlossen wir den Abend mit einem Ausflug nach Antigua ab, wo wir das nationale Bier (Gallo) testeten und wir schonmal einen Eindruck von der schoenen Stadt bekommen konnten.
Die kommende Nach schliefen wir nochmal im Hotelo "Dos Lunas" und nach dem leckeren Fruehstueck mit superleckeren Mango-und Guayabamarmelade gings Monatagmorgen um 10Uhr mit einem Minivan nach Antigua.
Dazu im naechsten Eintrag ;-)

Gruss aus Guatemala!

Mittwoch, 20. Juni 2012

Letzte Ausreise

Fast ist es soweit: Die letzte grosse Reise in meinem Costa Rica-Aufenhalt steht kurz bevor. Da wieder einmal drei Monate verstrichen sind, heisst es fuer Carolin und mich das Land verlassen um das Visa zu verlaengern. Da es unser letzter Urlaub sein wird, wir Nicaragua und Panama schon kennenlernen durften, entschieden wir uns noch ein weiteres Land kennen zu lernen. Unsere erste Wahl viel auf Kuba. Doch da die Fluege erstaunlich teuer sind (vergleichbar mit einem Flug von Deutschland nach Kuba) und es fuer uns etwas komplizierter gewesen waere an das benoetigte Visa zu kommen, entschieden wir uns fuer Guatemala. Von mehreren anderen Freiwilligen wurde uns schon von diesem Land vorgeschwaermt und auch die Reisefuehrer klingen vielversprechend. Vor einigen Tagen haben wir auch endlich einen Flug bekommen, was gar nicht so einfach war, da viele Webseiten auf denen wir einen Flug buchen wollten die provincia "Baden-Wuerttemberg" einfach nicht akzeptieren wollten, woran es dann letzten Endes immer gescheitert ist!

Gluecklicherweise haben wir dann aber doch noch einen Flug gefunden, der unsere deutsche Adresse akzeptiert hat. Und das fuer nur sageundschreibe 125€ Hin-und Rueckflug! Diesen Samstag starten wir nach Guatemala City, reisen dann eine Woche herum und fliegen Sonntag morgen (1.7.) wieder zurueck!
Ich hoffe wir haben eine schoene letzte Reise, ohne Ueber-/Zwischenfaelle oder Krankheiten...

Pura Vida!

Freitag, 1. Juni 2012

Baby-Nachwuchs

Da ich schon so lange nicht mehr geschrieben habe, gleich noch eine Zugabe:

Seit zwei oder drei Wochen haben wir in der Fundacion Baby-Nachwuchs. Ich freue mich ganz besonders, dass die drei Kleinen bei mir im Bereich sind, da bei mir ja eigentlich nur die aelteren, erwachsenen sind. Nun moechte ich euch aber die drei suessen vostellen:

Die erste die ankam ist die kleine Valeria. Im wahrsten Sinne des Wortes klein. Valeria ist 7 Monate alt, gleicht wegen ihrer Koerpergroesse aber eher einem 2-3 monatigem Baby. Sie hat eine Magensonde, wird als kuenstlich ernaehrt, ist aber ansonsten quietschfidel und kann sich in ihrem Bettchen schon drehen. Da sie so klein und suess aussieht, wird sie von allen Besuchern immer am laengsten bestaunt. Wenn sie schreit finden das alle suess, da es nur ganz leise Laute sind.


Am gleichen Tag kam auch Israel an. Er ist schon 14 Monate alt und wird auch ueber eine Sonde ernaehrt. Er ist ein bisschen unser Sorgenkind, da er sehr haeufig weint. Das liegt wohl daran, dass ihm das Atmen schwer faellt, dabei entstehen immer roechelnde Geraeusche. Auch verteifen sich seine Muskeln immer, so das sich der kleine Koerper streckt und ganz angespannt ist. Auch wenn er haeufig am weinen ist -oder gerade deshalb- habe ich ihn besonders gerne. Nehme ich ihn auf den Arm, beruhigt er sich schnell und ich schaffe es soger ihm ein Laecheln oder manchmal sogar ein Lachen ins Gesicht zu zaubern. Wenn ich ihm dann das Koepfchen streichel und er irgendwann einschlaeft, bin ich gluecklich :-)
(Leider faengt er, sobald man ihn wieder ins Bett legt, wieder an zu weinen...)

Die dritte im Bunde ist Michell. Das etwas moppelige Maedchen ist 11 Monate alt, wird ganz normal gefuettert und kann sich in ihrem Gitterbettchen schon allein an den Staeben hochziehen, wo sie dann auf wackeligen Beinen steht. Was sie fuer eine Behinderung hat, weiss glaub keiner so genau. Irgendwas an der Huefte...aber sonst? Keine Ahnung....

Neue unbekannte Gefuehle

Heute beginnt der Monat Juni. Fuer mich bedeutet das, noch 2 ganze Monate und ein bisschen mehr in Costa Rica. Ich wusste ja von vorn herein, dass die Zeit schnell vorbei gehen wird, aber sooo schnell?
Wenn mich vor kurzer Zeit jemand gefragt hat, ob ich Deutschland nicht vermisse und heim will, habe ich ohne lange zu zoegern geantortet: "Nein, wieso? Mir geht es hier super gut und fuehle mich daheim in Alajuela." Ich fuehle mich immer noch sehr wohl hier und mir geht es im Prinzip auch super gut. Seit einigen Tagen hat sich bei mir jedoch ein bisher unbekanntes Gefuehl eingeschlichen. Ich denke immer haeufiger an Deutschland, an meine Freunde und Familie. Auch wenn ich hier auch meine Leute habe, mit denen ich mich gut unterhalten kann (die Sprache ist eigentlich kein Hindernis mehr, unbekannte Woerter koennen umschrieben werden), vermisse ich es, mich mit alten, vertrauten Freunden zu unterhalten, sich einfach mal wieder im Freundeskreis treffen, chillen, reden...hach, da werde ich ja ganz sentimental ;-) Ist das etwa ein bisschen Heimweh, was da bei mir aufkommt?
Natuerlich habe ich mich gefragt, woher das jetzt kommt. Eigentlich ist das gar nicht schwer zu beantworten. Die Arbeit ist an sich zwar immer noch eine wunervolle Arbeit, ich liebe die Kinder und mit den Arbeitskollegen verstehe ich mich auch gut. Doch es ist eben doch jeden Tag das Gleiche. Klar, es gibt immer wieder schoene, besondere Momente oder Tage -so zum Beispiel unser kleiner Nachwuchs, dazu spaeter- aber im grossen und ganzen aehneln sich die Tage eben doch. Langsam merke ich auch, dass mein Hirn etwas einrostet. Auf die ein oder andere Matheaufgabe haette ich jetzt wirklich lust!
Ein anderer Grund ist denke ich auch das staendige Kranksein. Erst vor 2 Wochen musste ich wegen einer bakteriellen Infektion im Hals daheim bleiben und nun liege ich schon die ganze Woche wegen einer Gippe, krankgeschrieben, im Bett. Es ist unglaublich das ich in diesem warmen Land eine Grippe bekomme und das nun schon zum fuenften oder sechsten mal! Darauf kann ich echt verzichten! Der Arzt meint, dass es wohl an den Wetterwechseln liegt, gerae jetzt, wo wieder Regenzeit ist und es morgens/mittags ziemlich heiss ist und es dann zuvelaessig jeden Nachmittag regnet und dabei auch abkuehlt. Unsere deutschen Opfer-Koerper sind das natuerlich nicht gewoehnt und holen sich eben eine Erkaeltung ein. So ist das nun mal...Nun ja, ich bin schon fast wieder gesund und bin fleissig am Ferrum schlucken (Gruss an Mama ;-) )
Auch bin ich es langsam ein bisschen leid, eine Auslaenderin zu sein, mit meinen blonden Haaren, helle Haut und strahlend gruenen Augen ist das eben auch einfach nicht zu verbergen. So kommt es immer noch vor, dass einem auf der Strasse "Welcome to Costa Rica" hinterhergerufen wird oder man auf englisch angesprochen wird (was mich besonders nervt, da ich mittlerweile eh kein Satz mehr auf englisch rausbekomme!) Auch wenn ich behaupten wuerde die Kultur mittlerweile gut zu kennen, gibt es immer noch Situationen, die mir sehr sonderbar vorkommen. Beispielsweise finde ich es immer noch gruselig, wenn mich die Mutter eines Freundes beim Verlassen des Hauses bekreuzigt und mir Segen hinterher ruft.

Nun beginnt auch die Zeit der Uni-Bewerbungen, zwei habe ich schon gemacht so weit es von hier aus moeglich ist (Heidelberg und Wuerzburg) und hoffe meine Eltern haben den Rest fuer mich gemacht ;-) In den naechsten Tagen folgt noch Koeln. Mittlerweile freue ich mich richtig auf das Studium!

Liebe Gruesse!

Dienstag, 24. April 2012

Ueberraschung

Tadaaaaa....ihr werdets kaum glauben...aaaaber ich hab ein paar Bilder hochgeladen ;-)
Sind bisschen durcheinander, aber ich hoffe ihr freut euch trotzdem und habt Spass beim anschaun!

Liebe Gruesse

Mittwoch, 18. April 2012

Rueckflugdatum

Hallo!
Nun endlich steht unser Rueckflugdatum fest:
Am Montag, 13.August fliegen wir von Managua aus zurueck und kommen am Dienstag, 14.August morgens in Deutschland an!

Donnerstag, 12. April 2012

Ausreise nach Nicaragua


Als ob wir nicht schon genug Urlaub hatten in den letzten Wochen, waren wieder einmal 3 Monate rum, was für uns bedeutet, für mindestens 72Stunden raus aus Costa Rica um die Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern. Wieder einmal entschlossen wir uns, in das benachbarte Nicaragua zu fahren – wohl zum letzten Mal in diesem Jahr.
Da mich schon die ganze Woche davor eine Grippe begleitet hat und sich etwas verschlechterte, blieb ich freitags daheim, um mich vor der Reise nochmal ausruhen zu können. Da wir die Tage zuvor länger gearbeitet haben, durfte Caro schon um 11Uhr von der Arbeit gehen. Netter Weise fuhr uns ein Freund mit dem Auto nach San José von wo aus um 12:30Uhr der „TicaBus“ - auf der uns schon bekannten Route -  nach Nicaragua startete.
Unsere erste Station lautete Isla Ometepe. Da wir erst am späten Abend in Nicaragua ankamen übernachteten wir für eine Nacht in einem etwas schäbigen Hostel in Rivas um am nächsten Morgen früh die lancha (Fähre) auf die Insel zu nehmen. Die Insel, die aus zwei Vulkanen besteht liegt auf dem Lago de Nicaragua (Nicaraguasee),  nahe der costaricanischen Grenze. Während des Sprachkurses zu Beginn unseres Jahres, lernten wir Marcelo kennen, der seinen Freiwilligendienst auf dieser schönen Insel ableistet. Es war richtig schön ihn wiederzusehen und vorallem zu sehen, wie und wo er lebt. Witziger Weise kam Tabea (Freiwillige aus Bilwi), die gerade Besuch von ihrem Freund hat, am selben Tag auch auf Ometepe an. Wer hätte das gedacht, dass wir uns nocheinmal treffen? :-)
Samstag und Sonntag ließen wir ruhig angehen. Strand, ausschlafen, Ojo de Agua (ein künstlich angelegtes Naturschwimmbad)...Da für den folgenden Tag großes geplant war und ich immer noch etwas geschwächt von der Grippe war, gingen wir recht früh schlafen. Der Montag begann sehr früh für uns: um 4:30Uhr klingelte der Wecker, anziehen, Rucksack schnappen und die 20m zu Marcelos Wohnung laufen, wo dieser und sein Mitbewohner schon auf uns warteten. Nach einem leichten Frühstück (Rührei und Brot) begannen wir um 5:30Uhr den mühsamen Aufstieg auf den 1610m hohen Vulkan Conception, dem fast perfekt kegelförmigen, höheren der beiden Vulkane der Insel. Da die Insel noch recht untouristisch ist, besteigen nicht viele Touristen den Vulkan (wir waren die einzigen Personen an dem Tag), weshalb es aber auch nur einen kleinen Trampelpfad gibt und man häufig mit Hilfe der Händen den steilen Hang hinaufklettern muss. Doch Dank unserer - durch tägliches Training - bestehenden Kondition (niiiiiiiiicht) war das für uns natürlich kein Problem! Glücklicherweise lang der Vulkan während des ganzen Aufstiegs im Nebel, weshalb wir die Spitze nicht sehen konnten und uns Juan Carlos (der nicaraguanische Mitbewohner Marcelos) immerwieder mit „ya casi llegamos!“ (wir sind schon fast angekommen!) motivieren konnte. (Hätten wir freie Sicht gehabt und gesehen, wie weit wir vom Ziel tatsächlich noch entfernt sind, wären wir bestimmt nie oben angekommen!) Erstaunlich fit kamen wir dann nach einem ca. 6stündigen Aufstieg oben am Krater an. Leider hatte sich der Nebel immernoch nicht verzogen...
Der schon sehr anstrengende Aufstieg war jedoch noch erholsam im Vergleich zum bevorstehenden Abstieg! Die ein oder andere hatte die eigenen Kräfte etwas überschätzt, wodurch wir nur in sehr gemächlichen Tempo und mit vielen Pausen den steilen Abhang absteigen konnten. Nach 13 Stunden, in denen wir einen 1610m hohen Vulkan bezwangen, jeder mit 4 Litern Wasser, Mangos, Bananen und Bohnen bepackt, fielen wir fix und fertig, aber stolz in unsere Betten!

Am nächsten Tag blieben wir alle vom Muskelkater natürlich nicht verschont. Dennoch ging unsere Reise gleich morgens früh weiter. Die nächste Station lautete Matagalpa. Marcelo entschied sich spontan mit uns mitzukommen, da auch er die dortigen Freiwilligen kennt. Auch wenn die Fahrt insgesamt 8 oder 9 Stunden dauerte, kam es uns nicht so lange vor, da man öfters umsteigen musste und für mich die Umwelt immer noch sehr intressant und faszinierend ist: übervollgestopfte Busse, „Managua, Managua, Managua“-schreiende Busfahrer, Verkäufer, die sich an die Scheiben des Busses pressen, sobald er anhält, um Getränke oder Snacks zu verkaufen, Autos die halb auseinander fallen, Straßenhunde, Häuser, Straßen, Landschaft...
Die 3 Tage in Matagalpa waren sehr entspannt und wir haben es sehr genossen, in Gesellschaft der anderen Freiwilligen zu sein. Einen Tag erbrachten wir an einem wunderschoenen Wasserfall, den anderen einfach nur mit Enstpannen, shoppen und Stadtbesichtigung.
Freitags frueh morgens verabschiedeten wir uns und machten uns auf nach Masaya. Unser dortiges Ziel: die 2 Märkte, auf denen es Kunsthandwerk zu ziemlich günstigen Preisen gibt. Mit unseren deutlich schwereren Rucksäcken als beim Hinweg, entschlossen wir uns spontan, schon samstags wieder nach Costa Rica zu fahren, da uns gesagt wurde, der Grenzübergang wird sehr voll sein am Sonntag. Tatsächlich gab es kaum eine Schlange an der Grenze und wir kamen flott daheim an. Den Sonntag nutzen wir, um uns auszuruhen, da wir immer noch etwas den Muskelkater vom Vulkanbesteigen spürten und das lange Busfahren einen doch schlaucht.
Wiedereinmal hatten wir eine wunderschöne Zeit in Nicaragua und sind beide (abgesehen von Muskelkater und leichtem Sonnenbrand) kerngesund wieder zurückgekehrt :-)

Donnerstag, 29. März 2012

Lebenszeichen

Es tut mir so leid, dass ich schon so lange nicht mehr geschrieben habe...obwohl es mir eigentlich gar nicht so lange vorkommt ;-)

Nun, es ist ein Menge passiert in letzter Zeit. Zuerst das Zwischenseminar, dann mit Mama und Papa reisen. Nur ein paar Tage danach kamen Mareike und Hannah, 2 ehemalige Freiwillige unserer Einsatzstelle an. Ueber 5 Wochen waren die beiden in Costa Rica und wir haben viele schoene Tage miteinander verbracht. Es war richtig schoen zu sehen, wie andere Freiwillige sich im Heim verhalten, mit den Kindern kommunizieren etc. Caro und ich haben jetzt schon beschlossen, dass wir so bald wie moeglich auch wieder zurueck nach Costa Rica kommen muessen! ;-) Aber zum Glueck haben wir ja noch einige Zeit hier! Momentan kann ich es mir noch ueberhaupt nicht vorstellen, in 5 Monaten wieder zurueck in Deutschland zu sein...ich fuehle mich so zu Hause hier in Alajuela.
Eine Woche nach der Ankunft von Mareike und Hannah, kamen auch Melissa und Vanessa (2 Freundinnen) zu Besuch! Ueber 3 Wochen haben sie das schoene Costa Rica bereist, teilweise habe ich sie dabei begleitet. 4 Tage lang waren wir in Monteverde, ein kleiner Ort direkt am Regen- bzw. Nebelwald. Dort haben wir das von mir schon laenger ersehnte Canopy gemacht. An mehrern Seilen rutscht man durch oder ueber die Baumkronen in erstaunlichen Hoehen. Das Highlight der Tour waren die beiden letzten Abschnitte: die laengste Seilrutsche rutschte man am Ruecken befestigt, Bauch und Gesicht zum Boden zeigend in bestimmt 100m Hoehe! Abgeschlossen wurde die Tour mit "Tarzan": an der Huefte befestigt sprangen wir aus ca. 50m in freien Fall bis man von den Seilen gebremst ausschwang! Richtiger Adrenalinstoss!

Das Wochenende darauf fuhren wir zusammen mit Caro und 2 costaricanischen Freunden nach Guanacaste (Nicoya-Halbinsel) an den Playa Conchal (Muschel Strand). Einfach paradiesisch dort! So wie man es in Katalogen sieht! Traumhaft! Sonntags mussten die anderen wieder heimfahren, Melissa, Vanessa und ich verbrachten noch zwei weitere Tage an einem anderen, ebenfalls wunderschoenen Strand (Playa Tamarindo).
Playa Conchal
Muscheln, Muscheln, Muscheln am Traumstrand Conchal
Ich habe mich riesig gefreut ud freue mich immer noch, dass mich die beiden besucht haben und meine Arbeitsstelle und mein Alltag miterleben durften. Denn auch wenn ich versuche mein Leben und die Kultur hier zu beschreiben und mit Bildern anschaulich machen kann, ist es doch etwas komplett anderes...viele Dinge kann man einfach nicht verstaendlich erklaeren sondern man muss es selbst erleben...

Waehrend der Mittagspause in der Fundacion
Gestern sind nun auch Mareike und Hannah wieder abgereist und in unsere Wohnung herrscht seit langem mal wieder etwas Ordnung ;-)
Morgen ist fuer Carolin und mich wieder einmal der letzte Arbeitstag, denn 3 Monate sind wieder rum und es ist an der Zeit, auszureisen: Die ganze Semana Santa (Osterwoche) werden wir ein weiteres Mal in Nicaragua verbringen, juhuuu :-)

Viele liebe Gruesse an euch alle!
Ich hoffe ihr verzeiht mir, dass ich so wenig blogge... :-(

Mittwoch, 22. Februar 2012

Link zu Manos Abiertas

www.manosabiertas.org

---> Jetzt sogar auf Deutsch! (linksoben)

Ich habe ein paar Bilder hochgestellt...

Donnerstag, 9. Februar 2012

Halbzeit in Costa Rica


Ich selbst kann es eigentlich kaum glauben: Halbzeit! Die Hälfte meines Freiwilligendienstes in Costa Rica ist nun schon vorbei! Ein halbes Jahr voller positiver, als auch negativer Eindrücke, tollen Erlebnissen und Bekanntschaften. Die Arbeit ist mittlerweile zur Routine geworden, was einerseits natürlich gut ist, da ich alle Arbeitsvorgänge kenne und nicht mehr nach allem fragen muss, jedoch heißt Routine auch Eintönigkeit. Natürlich könnte ich immer nur positiv über meine Arbeit erzählen, mir macht sie ja auch wirklich sehr viel Spaß und jeder Tag ist etwas besonderes, jedoch kann man nicht verschweigen, dass sie im großen und ganzen doch ein wenig eintönig ist. Jeden Tag baden, anziehen, Essen geben, Windeln wechseln, Medikamente verabreichen, … jeden Tag der gleiche Tagesablauf. Dazu kommt eine beständige Müdigkeit, da ich wohl immer noch nicht kerngesund bin von unserem Nicaraguaurlaub. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, dass es einem da ab und zu schwer fällt, morgens um 6:15Uhr aufzustehen um zu einem 9-stündigen Arbeitstag zu gehen.
Das Zwischenseminar kam deshalb genau zur rechten Zeit. Eine Woche Abstand zum Projekt, andere Freiwillige kennenlernen, das vergangene halbe Jahr reflektieren und sich gegenseitig austauschen. Doch kurz bevor es zum Seminar ging, durfte ich meine Eltern in Empfang nehmen, die für einen dreiwöchigen Urlaub hier im schönen Costa Rica sind. Donnerstag Abend (26.1.) holte ich die beiden total übermüdeten am Flughafen ab, der gar nicht weit von unserer Wohnung entfernt ist. Natürlich habe ich mich sehr gefreut sie wieder zu sehen und ihnen mein neues Zuhause hier zeigen zu könne. Aber ein komisches Gefühl war irgendwie auch dabei...
Freitags durften sie gleich mit in die Fundacion, wo ich ihnen alles zeigte und wir mit den Nonnen (die schon seit Tagen nach meinen Eltern gefragt haben) im Konvent zu Mittag essen durften. Auch wenn Mama und Papa kein einziges Wort Spanisch können, haben sie sich doch ganz gut angestellt ;-) Nach einem leckeren Geburtstagsfrühstück (Papa) fuhren wir vier (Caro war auch dabei) samstags nach Sarchí, einem Ort, in dem die typischen costaricanischen Ochsenkarren hergestellt werden und anschließend auf eine Schlangenfarm..
Abends mussten wir uns leider wieder verabschieden und die beiden Reisenden in ein Hotel „abschieben“, da es für uns sonntagmorgens früh zum Seminar ging.
Von San José aus ging es in einem kleinen Bus nach Guapiles, wo wir in der Woche in einer super schönen Anlage untergebracht waren. Für uns 20 Freiwillige war schon ein strammes Programm vorbereitet, was aber auch immer wieder Zeit für Gespräche und Austausch lies. Es tat richtig gut, bei der lockeren Atmosphäre zu erfahren, wie es den anderen in ihrer Projekten, aber auch außerhalb der Arbeit ergeht. Auch wenn die Projekte an sich alle sehr verschieden sind, hat man doch oft die gleichen Probleme und Gefühle. Besonders eindrucksvoll war der Besuch auf einer Ananasplantage, wonach wir alle etwas geschockt waren. Habt ihr, wenn ihr eine leckere Ananas esst auch nur die leiseste Ahnung wo sie herkommt, unter was für Verhältnissen die Arbeiter leben und arbeiten und mit was für Plastizide die Pflanzen gespritzt werden? Glaubt mir, euch würde der Apetitt vergehen!
Vor dem Seminar hatten Caro und ich uns gefragt, was man denn 5 Tage auf dem Seminar machen soll, doch im Nachhinein sind wir uns einig, dass es nach unserm Geschmack ruhig noch ein paar Tage länger hätte gehen können (abgesehen davon, dass wir so ziemlich die einzigen waren, die freitags wieder arbeiten mussten). Die meiste Zeit nahm natürlich das Reflektieren ein. Vorbereitungsseminare, Eingewöhnungszeit, Alltag, Arbeit, etc. Dann wurde auch ausführlich auf die bevorstehende Zeit eingegangen, was nehme ich mir für das nächste halbe Jahr vor? Was kann ich verändern/verbessern? Abschließend kamen wir auch auf unsere Heimreise und erste Zeit in Deutschland zusprechen. Geschlafen wurde alles in allem nicht sehr viel, da wir meist bis spät in die Nacht quatschten oder lustige Spiele spielten. Mit vielen neuen Eindrücken, Informationen und Vorsätzen kehrten wir wieder zurück in unser schönes Alajuela, begleitet von 4 Nica-Freiwilligen (den 3 Bilwi-Freiwilligen und Caner, ein Freiwilliger aus Matagalpa), mit denen wir noch 4 sehr witzige Tage verbrachten.
Jetzt ist hier wieder Ruhe eingekehrt, die Wohnung ist wieder einigermaßen aufgeräumt und wir sind dabei den Schlaf der letzten 1 ½ Wochen nachzuholen (gestern 13 Stunden am Stück!). Morgen noch ein letztes mal arbeiten und dann heißt es eine Woche Urlaub mit meinen Eltern! Juhu :)

Dienstag, 17. Januar 2012

Bilder Urlaub Nicaragua

Strandspaziergang auf Corn Island
Riesenseestern auf Corn Island
Hinfahrt ihm Luxusbus - uns gehts super!

Wunderschoener Regenbogen
Das war die Strasse beim Rueckweg, hier noch wirklich sehr gut befahrbar!!
Schooooeeeen
Unser "Luxusbus" bei der 22h-Rueckfahrt
12-Mann-Maschine (Flug Corn Island-Bilwi)

Donnerstag, 12. Januar 2012

Vom Luxusbus zum Horrortrip


Da es hier in Costa Rica nur einen Weihnachtsfeiertag gibt und der in diesem Jahr dummerweise auf einen Sonntag fiel, durften wir am Montag, 26.12., noch einmal in die Fundacion zum Arbeiten bevor es dann am Dienstag in den Urlaub ging. Da wir uns natürlich zu spät um ein Busticket nach Managua gekümmert hatten, mussten wir wohl oder übel den etwas teuren TransNica-Bus nehmen, was wir dann aber nicht bereuten. Der erste Bus mit Beinfreiheit! Und ein Mittagessen war auch inklusive. Nach einer schnell vorübergehenden neunstündigen Fahrt kamen wir (ohne Probleme an der Grenze) in Managua an. Mit dem Taxi fuhren wir an den Flughafen um uns dort die Nacht um die Ohren zu schlagen, da unser Flug erst morgens um 6Uhr ging. Mit unseren Wertsachen fest am Körper und die Rucksäcke unter dem Kopf konnten wir sogar einige Stunden schlafen.
Voller Vorfreude auf 2 Wochen Urlaub mit den anderen Freiwilligen stiegen wir in das kleine Flugzeug. Nach einem 45 minütigen Flug landeten wir auf der Karibikinsel Corn Island, wo die Nica-Freiwilligen schon eine Unterkunft für uns reserviert hatten. Leider kannte niemand den Namen der Unterkunft, weshalb wir erstmal etwas hilflos herumstanden. Doch nach einigem hin und her telefonieren mit den anderen wurde das Problem schliesslich geklärt und wir konnten in unser Haus einziehen. Am Nachmittag landeten dann endlich auch die anderen- Jenny, Tabea und Raphael. Obwohl wir uns „nur“ knapp 4 Monate nicht mehr gesehn haben, hatten wir uns unendlich viel zu erzählen. Da wurde mir erst so richtig bewusst, was ich in dieser Zeit alles erlebt habe! (Ohje, wie wird das erst wenn ich nach einem Jahr zurück nach Deutschland kehre?!)

Eine Woche, bis Mittwoch, verbrachten wir auf der wunderschönen Insel und wurden an den weißen Sandstränden am türkisnen, kristallklaren Wasser schön braun :) Da wir nicht nur chillen wollten, meldeten wir uns zu einer Schnorcheltour an, zu der wir dann aber zu spät kamen, da unser Essen zu lange brauchte (für einfache Sandwichs brauchte die gute Frau 45min!). Zum Glück fanden wir einen Privatmann, der mit uns eine Schnorcheltour machte, die auch wirklich schön war. An verschiedenen Riffs sahen wir Rochen, Langosten, eine Wasserschlange, wunderschöne Fische und anderes Getier. Montags beschlossen wir, doch noch die eigentliche Schnorcheltour zu machen. Die 2 stündige Tour stellte sich jedoch mehr und mehr als Flop raus. Da es in der Nacht stark geregnet hatte, war das Wasser ziemlich trüb und man sah, außer einem Schwarm blauer Fische absolut gar nichts. Ärgerlich...immerhin konnten wir den Preis danach um 5$ herunter handeln.
Einen Tag verbrachten wir auf dem wunderschönen Little Corn Island und sonst wurde einfach nur am Stand entspannt. An Silvester gönnten wir uns ein superleckeres Abendessen mit frischen Meeresfrüchten in einem Restaurant am Strand und feierten dann bis spät in die Nacht bei Livemusik am Strand in das neue Jahr.

Mittwochs begann dann der zweite Teil unserer Reise. Mit einer 12-Mann-Maschine flogen wir - mit Zwischenstopp in Bluefields – Nach Puerto Cabezas (auch Bilwi genannt), wo die drei anderen ihren Freiwilligendienst ableisten. Für Carolin und mich waren es drei sehr eindrucksvolle Tage, da dort eine komplett andere Situation als bei uns im fortschrittlichen Alajuela herrscht. Obwohl wir nur einen kleinen Eindruck gewinnen konnten, ist die dort herrschende Armut kaum zu übersehen. Während unseres Aufenthaltes durfte Caro in Jennys Gastfamilie und ich bei Raphael unterkommen. Interessant war für uns auch, die Arbeitsstelle der drei kennenzulernen und zu sehen, wie sich ihr Alltag dort gestaltet. Leider hatten wir nicht allzu viel Zeit in Bilwi, da wir uns auf Anraten verschiedener Leute entschlossen, doch schon Samstags den Bus nach Managua zu nehmen, da der am Sonntag (den wir eigentlich nehmen wollten) sehr alt sein solle und dieser, wenn man Pech hat, erst Donnerstags in Managua ankommt. Um 9Uhr fanden wir uns am Abfahrtsort ein und um 10Uhr begann dann die Horrorfahrt. Anders kann man die Fahrt eigentlich nicht bezeichnen und wir können Nachfolgern nur empfehlen die 100$ mehr für das Flugzeug auszugeben – es lohnt sich! Da wir von ehemaligen Freiwilligen schon vorgewarnt wurden, dass die Straßen nicht gut seien, waren wir auf das Schlimmste gefasst. Die Straße von Bilwi nach Managua hat den Namen „Straße“ eigentlich nicht verdient, da sie weder gepflastert noch geteert ist sonder nur aus Erde, Schlamm und vorallem Schlaglöchern besteht! Die ersten 14 Stunden ging es eigentlich noch. Doch von da an waren es für mich eigentlich nur noch Qualen. In dem alten Amischulbus, auf den engen Bänken findet man einfach keine bequeme Sitzposition, egal wie man sich hinsetzt, hinkniet oder halb hinlegt. Irgendwann hat man das Gefühl, jeder einzelne Knochen und Muskel tut einem weh. Die vielen Schlaglöcher machten es einem nochdazu so gut wie unmöglich auch nur ein halbes Stündchen ungestört zu schlafen. Die letzten 8 Stunden bekamen wir dann aber auch noch irgendwie rum und nach 22 Stunden Busfahrt kamen wir endlich total zerstört in Managua an. Da es erst vormittags war, entschlossen wir uns, gleich weiter nach Costa Rica zu fahren, denn wir wollten einfach nur noch in unser eigenes Bett. Also weitere 3 Stunden Fahrt im überfüllten Bus bis an die Grenze, dort 3 Stunden auf Stempel warten wobei wir uns schon mehr tot als lebendig fühlten. Und dann gings nochmal 5 oder 6 Stunden mit dem Bus nach Alajuela, wo wir um 21Uhr todmüde -nach 36 Stunden Reise- in unsere Betten fielen! Was man nicht alles macht, um Geld zu sparen...
Auch wenn sich das alles schrecklich anhört (war es ja auch...) sind wir doch sehr erleichtert! Hier angekommen schrieb uns Jenny, dass der Bus am Sonntag (den wir eigentlich nehmen wollten) überfallen worden ist, der Busfahrer umgebracht wurde und alles geklaut wurde. Wir hatten also echt ein riesen Glück!
Leider haben wir beide uns irgendwas eingefangen in Nicaragua und haben jetzt beide Magen-Darm-Probleme, worauf ich jetzt aber nicht genauer eingehen will ;-)
Trotzallem waren es 2 wunderschöne Urlaubswochen mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen, die wir auf keinen Fall missen wollen.

Montag, 9. Januar 2012

Weihnachten in Costa Rica


Wahrheitsgetreu kann ich sagen, dass ich bis zum jetzigen Zeitpunkt waehrend meines gesamten Costa Rica-Aufenthalts noch kein einziges Mal Heimweh hatte. Warum auch? Ich fuehle mich rundum wohl hier. Doch als es dann auf Weihnachten zuging muss ich zugeben, dass doch ein paar Sehnsuechte aufkamen. Erst hier in der Ferne wird einem bewusst, wie schoen Weihnachten in Deutschland doch ist. Zwar sind hier die Haeuser und Strassen auch alle festlich geschmueckt, doch auf uns wirkt das irgendwie unwirklich und kitschig. Warum kaufen sich die Leute Schneemaenner aus Plastik obwohl sie Schnee doch gar nicht kennen? Dennoch haben Carolin und ich ein sehr schoenes Weihnachtsfest verbracht. Nach einem sehr ausgiebigen, spaeten Fruehstueck fuhren wir um 14Uhr in die Fundacion wo es eine misa (Gottesdienst) gab. Schick angezogen mit neuer Kleidung wurden viele der Bewohner auch in die Kapelle gebracht, an ihrem Verhalten merkte man, dass auch sie spuerten, dass ein besonderer Tag war. Nach dem ca. einstuendigen Gottesdienst, in dem viel gesungen wurde, gingen wir alle zusammen in den grossen Saal des neuen Gebaeudes, wo schon Tische fuer ein gemeinsames Abendessen bereit standen. Carolin und ich halfen noch ein paar Bewohner zu fuettern, mussten dann aber um 18Uhr wieder mit dem Bus heimfahren, da die Busverbindung sehr schlecht ist. Hermana Melissa („meine“ Nonne) erzaehlte mir montags, dass es noch ein wunderschoenes Fest war, nach dem Essen wurden Geschenke ausgepackt, gesungen und sogar getanzt.
Gwendolyns Mutter, die Freitags angereist kam, brachte reichlich Geschenke von unseren Familien fuer uns mit. Unter unserem Weihnachtsbaum packten wir dann strahlend die Geschenke aus :) An dieser Stelle ganz, ganz vielen lieben Dank fuer die tollen, unerwarteten Geschenke!!!
Der Abend war fuer uns aber noch nicht zu Ende. Ein Ehepaar der Fundacion (der Atemtherapeut und die Sekretaerin) hatten uns spontan in der Woche zuvor zum Abendessen eingeladen. Im ersten Moment fuehlten wir uns etwas unwohl, da die ganze Familie (Geschwister, Eltern, Tanten) versammelt waren, doch dazu war eigentlich kein Grund, da alle total offen und nett waren. Nach einem leckeren Abendessen (Huehnerbraten, verschiedene Sossen, Reis etc.) wurden Geschenke ausgepackt. Das lief so ab: einer faengt an, nimmt eines der Geschenke, die unter dem Baum liegen und gibt dann einen Tip ab, fuer wen das Geschenk bestimmt ist. Die anderen muessen dann erraten fuer wen es ist. Der Beschenkte darf das Paeckchen auspacken, nimmt sich ein anderes und laesst die anderen wieder raten. Und so geht es weiter bis alle Geschenke ausgepackt sind. Sogar Caro und ich haben eine Kleinigkeit geschenkt bekommen.
Anschliessend gingen wir alle raus auf die Strasse um ein Feuerwerk zu machen. Das ist hier in Costa Rica an Weihnachten so ueblich. Zum Abschluss gab es noch „Cocktails“ (Bier mit Fruchtsaeften....klingt komisch, hat aber ganz gut geschmeckt).
Auch wenn es ein wirklich schoenes Weihnachten war und wir sehr froh sind, dass wir mit einer costaricanischen Familie feiern durften, weiss ich jetzt, dass es mit der eigenen Familie doch am aller schoensten ist!

Am 27.12. gings dann ab nach Nicaragua...doch das in einem anderen Blogeintrag...;-)