Mittwoch, 31. August 2011

Aus dem Alltag hier


Am Sonntag hatten wir eigentlich vor zu einem nahegelegenen Wasserfall zu fahren bzw. laufen und dort den Tag zu verbringen. Doch da wir Samstagabend aus waren, schliefen die meisten von uns ziemlich lange aus, so dass es sich nicht mehr lohnte, dort hinzufahren...Da ich schon öfters gefragt wurde, was wir hier abends so machen, werde ich dieses Rätsel nun einmal lösen ;-)
Meistens treffen wir uns, um einfach nur in einer Bar zu chillen, Cocktails, Milkshakes, leckere Säfte oder Bier zu trinken. Wir, das sind Jenny, Caro, Raphael, Tabea und ich vom FöF (Badische Landeskirche) und 9 andere deutsche (2 Jungen und 7 Mädchen) von der Organisation „Eirene“, die hier auch gerade Sprachkurs haben und anschließend auch ein Soziales Jahr (alle in Nicaragua) machen werden. Am Samstagabend waren wir in einer Disco hier in Estelí. Die sind hier zwar teilweise ähnlich zu deutschen Discos (auch hier tanzt man und trinkt Alkohol ;D), aber dennoch sehr anders. Beispielsweise gehen hier die Leute schon ab 21Uhr hin, man tanzt fast nur in Paaren (nicht so wie in Deutschland, wo man oft in einer Gruppe tanzt), es wird sehr viel Salsa getanzt und die Altersspanne der Discobesuchern war sehr weit gefächert (Jugendlich bis ca. 40,50 Jahre).
Es war auf jeden Fall ein sehr lustiger Abend!

Ja, am Sonntag sind wir dann zu dem nahegelegenen Restaurant „La Casita“ gelaufen, das so eine Art Öko-Restaurant ist. Es ist total schön angelegt und wir haben VOLLKORNBROT mit Schweizer Käse gegessen!! Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie arg wir uns darauf gefreut haben und wie lecker das geschmeckt hat! Ja, mittlerweile weiß ich das deutsche Essen wirklich zu schätzen. Gutes Brot, oder wenigstens getoastetes Toast, Nudeln, nicht-frittiertes Essen, ja sogar frisches Gemüse vermisse ich jetzt schon. Wer hätte das gedacht, dass ich mal Mamas fein zubereitete Auberginen und Zucchini vermissen werde? (Mama, du bist echt die beste Köchin :) )

Der Unterricht ist mittlerweile ein bisschen besser geworden, auch wenn die Lehrerin offensichtlich nicht so recht weiß, was sie mit mir reden soll...
Jetzt sind wir nur noch eine Woche hier in Estelí. Nächsten Mittwoch werden wir fünf nach Granada fahren und Samstags geht’s dann voraussichtlich nach Costa Rica!! :-)

Viele liebe Grüße, Anni

PS: dieser Blogeintrag ist dem lieben Stefan gewidmet ;)

Freitag, 26. August 2011

Día de las Personas con discapacidad

Gestern war in Etelí Tag der Menschen mit Behinderung

Am Tag davor wurden Hüte gebastelt und Trommeln mit denen wir dann an dem Umzug Teilgenommen haben

Nach dem Umzug trafen sich alle Leute in einer Sporthalle wo Reden gehalten wurden
Treffpunkt für den Umzug war um 8Uhr. Wir kamen um 8:15Uhr an und dachten schon, dass die jetzt bestimmt schon alle losgelaufen sind. Niiiiiicht...es waren noch kaum Leute da. erst um ca. 10Uhr ging der Umzug letztendlich los. Typisch Nicaragua! Wenn eine Uhrzeit ausgemacht ist, reicht es wenn man 15-60min später kommt!
Leider sind sogar die Lehrerinnen total verpeilt! Bisher hatte ich genau 3mal Unterricht und wenn während dem Unterricht rennt meine Lehrerin mehrfach einfach mal raus. Ich glaube die haben nicht wirklich Lust auf den Unterricht...langsam nervt mich das echt! Ich bin ja schließlich hier um Spanscih zu lernen, nicht um zu chillen! Ein bisschen vermisse ich die deutsche Pünktlichkeit!

Mittwoch, 24. August 2011

Miraflor

Hallo ihr lieben,
ich sitze hier gerade in Estelí in einem Internetcafe, trinke einen Frappe Caramelo und auf der Straße gehts total ab: Seit ca. einer halben Stunden ziehen hier tausende von Studenten wie bei einem Faschingsumzug die Straße entlang. Da die Musik sehr laut ist, ist es schwer mich auf den Blogeintrag zu konzentrieren, ich werde es aber trotzdem versuchen. Der Umzug scheint für den Präsidenten von Nicaragua zu sein. Bald sind hier auch Wahlen, ich denke das hängt damit zusammen...

Jetzt aber zu mir, gestern hatten wir mal wieder kein Unterricht, stattdessen haben wir uns um 5Uhr morgens getroffen(um 4Uhr musste ich aufstehen!), um dann mit dem Bus, nach Miraflor zu fahren, das ist ein Nationalpark in der Nähe von Estelí. Ich bin leider schon um 2:30Uhr aufgewacht, da ein Nachbarhund penetrant gebellt hat. Also ich dann auf mein Handy geschaut hab, hab ich gemerkt dass der Akku leer hatte, vor lauter Angst, dass ich den Treffpunkt verschlafe, konnte ich gar nicht mehr schlafen, nur dösen...war also ein sehr langer Tag für mich! In Miraflor war es dann aber zum Glück sehr schön. Wir sind zu einem Wasserfall gewandert und haben dort gebadet und ein paar Stunden in der Sonne gechillt.
Um 16Uhr sind wir dann wieder auf der holprigen Straße heimgefahren (in Deutschland würde man das nicht mal Straße nennen! Erstaunlich, dass da überhaupt ein Bus fahren kann).

Heute morgen hatte ich dann wieder "Sprachkurs", wir haben uns in einem Restaurant getroffen und haben über die Kirche in Deutschland geredet, wovon ich aber nur die hälfte verstanden habe. Caro und Mia, mit denen ich Unterricht hatte, können einfach schon viel, viel besser Spanisch als ich. Jetzt habe ich meiner Lehrerin gesagt, dass mir der Unterricht nichts bringt und ab morgen habe ich dann Einzelunterricht! Ich hoffe, dass ich dann mehr lerne endlich mal! Auch wenn der Unterricht ziemlich unnötig ist, merke ich, dass ich mich schon etwas besser verständigen kann.
Heute morgen gab es eine kleine Aufregung bei Caro. Ihr wurden aus ihrem Zimmer 50€ geklaut und bei ihrer Mitbewohnerin wurde im Gepäck rumgekruschtelt...jetzt mussten/durften sie die Gastfamilie wechseln. War ziemlich krass, da die Gastmutter total geschockt war und sogar total geweint hat. Wir gehen davon aus, dass sie gar nichts davon wusste, sonder vielleicht der Sohn das Geld genommen hat. War eine ziemlich blöde Situation für alle beteiligten...

Bei mir in der Familie ist aber alles bestens, sie sind immer noch totaaaal lieb. Gestern hat sie mir sogar die Wäsche gewaschen und gebügelt! Was für ein Luxus! :-)


Montag, 22. August 2011

Wochenendtrip nach León

Der Vulkan Zero Negro

Wunderschöne Aussicht

Am Pazifik

Nachdem wir nun schon ganze 3 Tage „anstrengenden“ Sprachunterricht hatten (Mittwoch: Shoppingtour durch Estelí; Donnerstag: Ausflug zum nahe gelegenen Nationalpark Tisey; Freitag: endlich mal 4h Unterricht), erholten wir uns am Wochenende auf einem Trip in die schöne Stadt León. Nach dem Unterricht am Freitag fuhren wir mit einem der uralten Amibusse nach León. Da es die ganze Zeit stark regnete, war die Fahrt teilweise sehr abenteuerlich...zum Beispiel blieb der Bus einmal im Matsch stecken und rutschte beunruhigend hin und her (ein paar Meter daneben ging es steil bergab). In der Stadt angekommen mussten wir uns erst einmal um eine Unterkunft für die nächsten 2 Nächte kümmern. Nach dem fünften Telefonat fanden wir endlich ein Hostel das noch 5 Betten frei hatte, allerdings in einem Massenlager. Auf das Schlimmste gefasst fuhren wir zum Hostel....und konnten kaum unsern Augen trauen: für nur 7 Dollar/Nacht bekamen wir ein Luxushostel mit Pool, Internet, Kaffee und Tee inklusive! Besser hätte man sich es echt nicht vorstellen können! :-)

Da uns schon jetzt das Nationalgericht Gallo Pinto (Reis und Bohnen zu jeder Mahlzeit!) zum Hals raushängt, gönnten wir uns als Abendessen eine leckere Pizza! Samstag Morgen haben wir uns dann das schöne Städtchen angeschaut. Es ist zwar sehr touristisch, aber trotzdem sehr schön, da es hier sogar richtige Häuser gibt, mit richtigem Dach und so! (In Estelí haben die Häuser Wellblechdächer) Das einzige was uns gestört hat, war die Hitze! Schon morgens um 7 Uhr hat es gefühlte 40Grad. Um 14Uhr gings dann auf zum Highlight des Wochenendes: Sandboarding auf dem Vulkan Zero Negro! Schon der ca. einstündige Aufstieg war lohnenswert, da man eine super Aussicht auf die wunderschöne Landschaft hat! Oben angekommen wurden erst einmal viiiiele Fotos gemacht, bis unser Führer etwas genervt uns dazu drängte unsere Schutzkleidung anzuziehen. Und damit fing der Spaß schon an: immer mehr schaulustige Nicas (Nicaraguaner) sammelten sich um uns herum, um uns in unserer sehr lustig aussehenden Kleidung auszulachen. Begleitet von ca. 50 Schaulustigen näherten wir uns dann dem steilen Abhang(man fühlt sich da wie ein Tier im Zoo!). Die Abfahrt ging dann ziemlich schnell, keine Ahnung wie schnell wir waren, jedenfalls seeeehr schnell, so dass uns unten angekommen in jeder Ritze und Löchern (vorallem Nase und Ohren) schwarzer Sand hing und die Kleidung ziemlich zerissen war!

Am Sonntag fuhren wir dann mit dem Bus ans Pazifische Meer. Auch hier war die Busfahrt sehr abenteuerlich, da der Bus so vollgestopft war, dass man sich gar nicht mehr bewegen, nicht einmal einen Arm heben konnte. Der Strand war dann so heiß, dass man nicht darauf stehen konnte ohne Brandblasen zu bekommen und schwimmen konnte man auch nicht richtig. Nur bis zu den Knien rein, da der Sog einfach viel zu stark war und die Wellen sehr hoch! Auch wenn wir alle sonnengerötet und erschöpft (Sonnenstich?) waren, hat es sich gelohnt an den Strand zu fahren.
Das ganze Wochenende war wunderschön und erlebnisreich. So könnte es jedes Wochenende sein ;-)

Zwar ist es mit meiner Verdauung schlechter geworden, aber mein Spanisch wird mit jedem Tag besser. Endlich verstehe ich wenigstens ein bisschen was meine Gastmutter mir sagen will!
Komisch, dass ich erst seit einer Woche von daheim weg bin, mir kommt es schon wie eine halbe Ewigkeit vor.


Mittwoch, 17. August 2011

Nicaragua

Hallo zusammen!
Gestern bin ich endlich bei der ersten Station meiner Reise angekommen: Estelí in Nicaragua.
Beim Hinflug hat alles super geklappt. Die 10 Stunden Flug nach Miami gingen recht schnell rum obwohl ich kein bisschen schlafen konnte. Aber beim zweiten Teil des Flugs (Miami-Managua) konnte ich dann doch ein bisschen schlafen, auch wenn der Flug nur ca. 2 Stunden dauerte.
Am Flughafen in Managua sollte uns eigentlich eine Frau aus Nicaragua abholen doch stattdessen warteten nur Christian und Kevin, die beiden Freiwilligen die gerade fuer 1 Jahr in Nicaragua waren auf uns. Es stellte sich dann raus, dass die Frau nicht gekommen ist, weil es geregnet hat... typisch Nicas ;)
Zusammen sind wir dann -nach einer sehr abenteuerlichen Taxifahrt- in ein Hostel, wo wir 2 Naechte uebernachtet haben. Nachdem wir dann schon ca. 26h wach waren, sind wir um 21Uhr ins Bett. Am Montag haben wir nicht all zu viel gemacht da Managua eine ziemlich haessliche Stadt ist und es kein richtiges Zentrum gibt oder irgendwelche Sehenswuerdigkeiten.
Fuer uns (wir = Raphael, Tabea, Jenny, Carolin und ich) war es eine grosse Erleichterung, dass wir die ersten 2 Tage in Begleitung von Kevin und Christian waren, da es mit dem Spanisch doch etwas schwierig ist.

Nachdem wir uns Dienstag Morgen von den beiden verabschiedet hatten, sind wir mit einem uralten Ami-Schulbus auf einer ca. 3,5stuendigen Fahrt nach Estelí gefahren wo wir die naehsten 3 Wochen Sprachkurs haben werden. Dort angekommen wurden wir gleich in Gastfamilien verteilt. Fuer mich war das ziemlich aufregend, da ich so gut wie noch gar kein Spanisch kann. Ich bin die einzige von uns, die ganz alleine in einer Gastfamilie ist (bei den anderen ist jeweils noch eine andere Deutsche in der Familie). Auch wenn es momentan noch sehr schwer ist mich mit der Gastmutter zu verstaendigen, bin ich doch froh, dass ich alleine bin, denn so kann ich mich nicht ums reden druecken und werde es wohl (hoffentlich) schnell lernen. Gestern habe ich so gut wie gar nichts verstanden, da die Nicaraguaner ziemlich undeutlich sprechen. Aber schon heute habe ich (ganz stolz) gemerkt, dass ich doch ein bisschen was verstehe. Ich bin echt froh, dass ich noch den Kurs in Deutschland gemacht habe!
Heute hatten wir dann auch gleich das erste mal "Spanischunterricht". Zuerst mussten wir einen kleinen Test schreiben, damit sie sehen wie viel wir schon koennen (ich hatte ganze 5 von 16 Punkten!!), anschliessend wurden wir den Lehrern zugeteilt. Ich werde mit Carolin zusammen unterricht haben. Der Rest vom Kurs war ziemlich enttaeuschend und etwas frustrierend fuer mich. Zusammen mit noch anderen Deutschen (hier sind noch jede Menge andere!) sind wir uns Zentrum gefahren, wo die Lehrerinen uns etwas rumgefuehrt haben. Leider haben sie fast nichts mit uns geredet und wenn, dann eigentlich nur mit denjenigen die schon Spanisch sprechen koennen. Wenn sie mir etwas sagen wollten, haben sie gleich den anderen gesagt, dass sie es mir uebersetzten sollen....na super...so lern ich das ja nie :(
Morgen ist irgendwie auch kein richtiger Unterricht, da wir in einen Nationalpark fahren werden...
Ich glaub ich muss mich selbst an mein Grammatikbuch setzten und lernen!

Trotzdem bin ich guter Dinge, dass das mit dem Spanischsprechen irgendwann klappen wird. Meine Gastfamilie ist total nett und geduldig, auch wenn sie mir die einfachsten Sachen ungefaehr 10 mal erklaeren muessen. In der Familie gibt es nur die Mutter, die Grossmutter und eine 17jaerige Tochter, die zum Glueck etwas Englisch kann.

Das Wetter in Managua war sehr, sehr schwuel und heiss. Da Estelí in den Bergen gelegen ist, ist es hier etwas angenehmer. Ich hatte daheim schon viele Geschichten ueber die Maenner in Nicaragua gehoert und ich muss sagen...es ist noch viel schlimmer als ich dachte: staendig pfeiffen, rufen, winken, zwinkern oder hupen einem die Maenner hinterher! Im Moment ist das noch sehr amuesant...aber wenn das so ein Jahr lang geht......

Noch kurz zum Essen: In Managua dachte ich, oh je, ein Jahr halte ich das nicht aus! Doch hier in der Gastfamilie schmeckt es total lecker! An den Reis, den es hier zu jeder Mahlzeit gibt habe ich mich schon fast gewoehnt und auch die Bohnen schmecken eigentlich ganz gut.

Freue mich auf viele Kommentare und Mails von euch!
Viele Gruesse aus dem warem Nicaragua :-)

PS.: Mit der Verdauung ist auch noch alles in Ordnung ;-)